Die normale Resorption des Knochengewebes und ihre Bedeutung für die Entstehung der typischen Knochenformen / von Albert Kölliker.
- Kölliker, Albert von, 1817-1905.
- Date:
- 1873
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Credit: Die normale Resorption des Knochengewebes und ihre Bedeutung für die Entstehung der typischen Knochenformen / von Albert Kölliker. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![$ Intensität des Wuehstlinms mul lässt ilie Knochen naeli den Richtungen des geringeren Widerstandes wachsen. Es ist iin Vorigen erwähnt worden, dass WeIcker nicht abgeneigt- ist, da und dort auch äussere Resorptionen an den Schädelknoehen anzunehnien. Doch ist er nicht dazu gelangt, die Grösse dieser Resori)tionen zu erkennen und setzt daher irrtlniinlieh die Ahllaehung der Sehädeldaehknochen Zinn allergrössten Theile auf Rechnung niechanischer V'^erhiegungen. Auf der andern Seite hat Welcher das Verdienst, auf einen bisher noch nicht beachteten LJnistand, das Auseinanderrücken der Forainina S])inosa auch nach Versehinelzung der einzelnen Keilheinstüeke aufnierksain gemacht zu haben und hier hält er cs für das Wahrseheinliehste, dass dieses Wandern der Löcher die Folge einer an ihrem äusseren Umfange geschehenden Resorption sei, verursacht durch den Druck der auseinanderrückenden Arteriae meidngeae mediae. Auch beim Unterkiefer, dessen Formveränderungen zum Theil genauer bestimmt werden, hält esWelcker für möglich, dieselben als Wirkungen äusserer Resorption und ])eriostaler Auflagerung zu erklären (p. II). Der Zeit nach folgt nun eine sehr hemerkenswerthe Leistung von Prof. Christian Loven in Stockholm, die jedoch erst in diesem Jahre zum Theil allgemeiner hekannt wurde') und daher keinen Einliuss auf den Gang dieser Angelegenheit äusserte. I.,oven tritt schon im Jahre 1863 ganz in die Fussstapfen von Hunter und Brülle und Ilugucny und ühertrilft die letztgenannten Forscher dadurch, dass er die hh-seheinungen der äusseren Resorption in einem weiteren Gebiete verfolgte. Zugleich ist Loven auch der erste, der die normalen Resorptionstläehen an der Hand des Mikroskojies verfolgte und naehwies, dass und wie dieselben aui' diesem Wege leichter und einfacher als durch Crap]) u. s. w. zu hestimmen seien, worüber unten noch näher berichtet werden soll. Wäre Lovcn’s Arbeit früher hekannt geworden, so hätte sicherlich schon längst diese Angelegenheit ein anderes Ansehen gewonnen, und wäre cs mir nicht vergönnt gewesen, dieselbe im vorigen Jahre fast ganz in dem Zustande aufzunehmen, in dem Hunter und Brülle und Ilugucny sie gelassen hatten. Ausser Loven haben nämlich in neuerer Zeit nur wenige Forscher tiefere Einblicke in die Lehre von der Gestaltung der Knochen gethan, unter denen Lieb erkühn bei weitem den ersten Rang einnimmt. Schon im Jahre 1861 (Mül 1er’s Archiv ]). 748) wies dieser Forscher nach, dass die Geweihe der Cervina in Folge eines eigenthümlichen Resorjitionsvorganges, der an den eariösen Proeess erinnere, abgeworfen Averden. Einige Jahre s])ätcr (Müller’s Arch. 1864) stellte derselbe flclehrte ^'ersuche mit Crapp an und kam mit Bezug auf das Verhalten dieses Farbstoffes zum Kuochengewebe zu demselben Resultate, zu dem auch Brülle und Hugueny schliesslich gelangt Avaren, dem uändich, dass derselbe nur die neu sich ablagerndc Substanz färbe, nicht aber den fertigen Knochen. Li eher kühn benutzte nun auch den Craj)j) zum Studium des Wachsthumes der Knochen und kam hierbei zu AAesentlich denselben Ergebnissen Avie Brülle und llugueny und Flourens, indem er namentlich au der Furcula, den ])latten Schädelknochen und dem Oberarmbeine der Taube äussere Resorptionen an ganz bestimmten Stellen nacliAvies, durch Avelche im Zusammenhänge mit Ablagerungen an anderen Orten ganz bestimmte Formveränderungen erzeugt werden. In einer späteren Abhandlung-) zeigte er dann noch durch ähnliche Versuche, dass am Unterkiefer des Hundes und Fuchses Avährend des Wachsthumes am vorderen Rande des Processus coronoideus eine Resorption statt hat und dass ebenso an den Wirbeln der Wirbelkanal durch Aufsaugung der oberfläch?'^ihen Knochensubstanz sich erAveitert. b Studier och undersökningar öfver Benväfnaden, förnämligast med afseende pa dess utveckling. Stockholm IS63. 98 p. Ein Theil dieser Abhandlung ist in einer von Lov^n selbst besorgten Uehersetzung unter dem Titel; lieber die physiologische Knochenresorption, in den Würzburger Verhandlungen 1873 Bd. IV. erschienen. lieber Wachsthum des Unterkiefers und der Wirbel, in den Marburger Sitzungsberichten No. 10. Aug. 1807.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22392610_0022.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)