Die normale Resorption des Knochengewebes und ihre Bedeutung für die Entstehung der typischen Knochenformen / von Albert Kölliker.
- Kölliker, Albert von, 1817-1905.
- Date:
- 1873
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Credit: Die normale Resorption des Knochengewebes und ihre Bedeutung für die Entstehung der typischen Knochenformen / von Albert Kölliker. Source: Wellcome Collection.
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No text description is available for this image![haben. Es ^vil•d nun, nachdem einina] das typisclie nnd gesetzinässige Vorkommen äusserer Resorptions- flächen nachgewiesen ist, die weitere Aufgabe sein, alle einzelnen Knochen durch die verschiedenen Alter zn verfolgen nnd ans der Gcsammtsnmme der Ertährungen iiher ihr periostales nnd endochondrales Wachsthnm und über die an denselben vorkommenden äusseren nnd inneren Resorptionen ihre Wachs- thumsgesetze ahzuleiten. Dies auch nur hei Einem Geschöi)fe sorgtältig durchzut'itliren, geschweige denn bei mehreren oder vielen, übersteigt jedoch wohl sicherlich die Leistungsfähigkeit der meisten Forscher nnd beschränke ich mich an diesem Orte auf die Darlegung einiger weniger aber schlagender Thatsachen. Vorher will ich jedoch mit einigen Worten auch des intcrstitiellcnKnochenwachs- t h u ni e s gedenken, das, wie in der Einleitung gezeigt worden ist, nach den Annahmen einiger Forscher hei der Entwicklung der Knochen eine grosse Rolle Sj)ielen soll. l\rit dem Namen interstitielles Knochen wachsthnm kann man verschiedene im Innern der Knochen thcils wirklich, thcils möglicher Weise vorkommende Vorgänge bezeichnen und wird cs vor Allem gut sein, diese Vorgänge genau auseiriandcr zu halten. Ich unterscheide 1) die im Innern der Knochen geschehenden Ablagerungen von Knochen- snbstanz auf die freien Oberflächen schon vorhandener Tlieile und nenne dieselben die inneren Appositionen. Hierher zähle ich alle Ablagerungen auf die Knorpelrcstc an Ossiiieationsrändern und alle jene zahlreichen Appositionen, welche im Laufe der Entwicklung auf die Wände der primi- tiven Markräume und Haversischen Kanäle oder auf die Obcidlächen der din-ch Resorption entstandenen grösseren oder kleineren Lücken (Ilavcrsian spaccs, Tomes and de IMorgan, Markhöhle) sich machen. Bei diesen inneren Appositionen sind ohne Ausnahme, wie bei den Beinhautahlagerungen, Osteoblasten betheiligt und unterscheiden sich die bei der Bildung des Knochens geschehenden Vorgänge in nichts von denen, die l)ei den Periostalahlagerungen statt haben. 2) Eine zweite Arf innerer Ablagerungen könnte so sich machen, dass das*l)creits a)igelcgtc oder fertige Knochengewebe durch Vorgänge im Innern der Masse nach sich vergrösserte. Hierbei könnten entweder nur die Grundsubstanz oder auch die Zellen mitbetheiligt sein, erstere in der Art, dass zwischen die Moleküle derselben neue Moleküle sich anlagcrten, letztere so, dass sie vielleicht Wachsthumserscheinungen darböten und möglicherweise im Zusammenhänge damit auch sich theiltcn. Fragen wir nun, ob irgend welche directen Thatsachen tür eine solche Art des Knochenwachs- thums sprechen, so fällt die Antwort sehr dürftig aus. IMir ist kein Factum bekannt, welches für ein Wachsthnm der Knochenzellen oder tür eine Zunahme der Zwischensubstanz in fertiger Knochensubstanz spräche und haben sich, wie ans der Einleitung bekannt ist, die Angaben von Rüge über eine Zunahme der Zwischensubstanz in älteren Knochen, die er aus den gemessenen Entfernungen der Zellen erschliessen zu dürfen glaubte, als nicht stichhaltig erwiesen. Auf der anderen Seite scheint mir das Verhalten dieser Knochensubstanz gegen Crapp einen vollgültigen Beweis dafür abzugeben, dass in derselben keine neuen Knochenmoleküle sich ablagern, nachdem sie einmal gebildet ist, denn dieselbe färbt sich ja in dem genannten Farb.stofle nie, während derselbe alle periostalen Ablagerungen und alle inneren Appositionsschichten ohne Ausnahme röthet. Eine andere Frage ist die, ob bei junger in Bildung hegiiffener Knocliensubstanz interstitielles Wachsthum sich finde, bei einem Gewebe, das mehr weniger weich und eben im Erhärten begriffen ist. Ohne auf diesen Punkt ein specielles Augenmerk gerichtet zu haben, glaube ich doch sagen zu dürfen, dass etwas der Art in der That an manchen Orten vorzukommen scheint. leb erschliesse dies daraus, dass an manchen Schädelknochen, die entweder an Nähten oder an iliren Flächen mit spitzen Ausläufern wachsen, die eben erhärtenden Enden dieser Ausläufer oft dichter stehende Zellen und weniger Zwischensuhstanz zeigen als der etwas weiter entwickelte angrenzende Knochen. — Ein solches interstitielles Wachsthnm wäre aber von dem, welches neuere Autoren annehnien, wohl zu unterscheiden, und hätte auch, wenn es vorkäme, nur eine äusserst geringe Bedeutung für das Gesammtwachsthum der Knochen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22392610_0076.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)