Zur normalen und pathologischen Anatomie des Greisenalters / von Ludwig Aschoff.
- Ludwig Aschoff
- Date:
- 1938
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Credit: Zur normalen und pathologischen Anatomie des Greisenalters / von Ludwig Aschoff. Source: Wellcome Collection.
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![gegenüber mehr als lipo- und pigmentophob angesehen werden (Gellerstedt, 1. c., S. 262). Natürlich ist die Melanin- pigmentierung, die in gewissen Zellen bestimmter Zentren, z. B. der Substantia nigra, zu finden ist, davon scharf zu trennen. Im letzteren Falle handelt es sich um ähnliche Pigmenteinlagerungen wie in den Retinazellen [siehe auch Alt schul19)]. Außer den Ganglienzellen sind auch die Gliazellen an der Atrophie des Gehirns beteiligt. Der Schwund der ganglienzellenhaltigen Substanzen führt an sich schon zu einer Gliazellenwucherung und zu einer Faservermehrung (Gellerstedt, 1. c., S. 347). Jedenfalls geben die Italiener solche Abbildungen von den Astrozvten. Über die Beteili- gung der Oligodentrozyten und der Mikroglia ist weniger bekannt. Das feine Gerüstwerk der Makrogliafasern geht, wie ich schon hervorhob, im höheren Alter einen Nieder¬ schlags- oder Aufhellungsprozeß ein, der als senile Plaques bekannt ist (s. dieselben). Daß auch die Gliazellen an der Speicherung der Lipoidstoffe in den verschiedenen Lebens¬ altern, auch im höheren Alter, beteiligt sind, ist bekannt. Bei Gellerstedt (1. c., S. 375) findet man auch eigene Untersuchungsergebnisse über das häufige Vorkommen von Eisen und Kalk in senilen Gehirnen, über die Zunahme der Corpora amylacea, deren Genese S t ü r m e r (1. c.) gegenüber offengelassen wird. Was die Geschwülste der Hirnhäute und des Zentralnervensystems anbetrifft, so sind diese in der Regel Erkrankungen des reifen Alters oder gar der Höhe des Lebens, haben also mit dem Greisenalter nichts zu tun. Die peripheren Nerven sind auf etwaige Alters¬ veränderungen hin zu wenig untersucht. Eine Ausnahme macht nur der Ischiadikus, und zwar wegen der Ischias. Diese ist aber eine im männlichen Klimakterium, also etwa mit 55 Jahren auf tretende Erkrankung, von der man annimmt, daß sie in irgendeiner Beziehung zu der in diesem Alter ein- 10) P. Altschul, Über das sogenannte „Alterspigment“ der Nervenzellen. Virch. Arch. 301, 273 (1938).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29819325_0119.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)