Beiträge zur Kenntnis der Dermatome der menschlichen Rumpfhaut / von Otto Grosser und Alfred Fröhlich.
- Otto Grosser
- Date:
- 1902
Licence: In copyright
Credit: Beiträge zur Kenntnis der Dermatome der menschlichen Rumpfhaut / von Otto Grosser und Alfred Fröhlich. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The University of Glasgow Library. The original may be consulted at The University of Glasgow Library.
29/36 page 533
![kommen; er ist in der Anlage der Bauclmiuskulatur aus thorakalen Myotomen bedingt. Die Kami laterales und anteriores werden auch von Muskeln, welche in ihr Verzweigungsgebiet einwandern, nicht wesentlich be- einrlusst, da der Serratus sich mit seinen Zacken von rückwärts zwischen die Kami laterales hineinschiebt und auch der Pectoralis in der Regel keine weitgehende Umlagerung im Gebiete der Rami anteriores bewirkt. Dass der Pectoralis aber gelegentlich ganz aus- giebige Verlagerungen von Hautnerven hervorrufen kann, hat Eislek [01, pag. 50] ausdrücklich betont. Selbst Ventrolateraläste können caudal- und niedialwärts bis an den Sternalrand verschleppt werden; durch die Clavicularportion kann auch eine Verschiebung cranial- wärts erfolgen. Der bereits auf pag. 527 und 530 aus einander gesetzte Einfluss der langen Rückenmuskeln auf den Verlauf der Rami posteriores ist kein selbständiger, sondern direkt abhängig von den erwähnten Wachsthumsvorgängen am Skelet; anders die breiten Rückenmuskeln. Sie liefern uns wohl das schönste Beispiel des hier in Rede stehenden Vorganges. Latissimus und Cucullaris wandern über den ganzen Thorax caudalwärts; sie legen dabei die zur Haut tretenden Aste mittels ihrer Sehne oder zwischen den Muskelfasern selbst förmlich fest und nehmen sie gegen das Becken zu mit. So verlaufen durch den Einfluss des Cucullaris die medialen Hautäste der Rami poste- riores, die beim 17 mm langen Embryo noch cranial - lateralwärts zogen, später unter seinem Einflüsse caudalwärts und sind ganz an die Dornfortsätze herangeschoben. Die größte Verschiebung macht aber die Haut selbst durch. Dass sie der Kantenkrümmung der Rippen zunächst nicht folgt, wurde bei Besprechung des Embryo von 17 mm hervorgehoben; später aber rückt sie ausgiebig caudalwärts. Wir sehen dies am unmittelbarsten an den Rami posteriores; beim Embryo von 17 mm liegt das Ende ihrer medialen Hautzweige noch etwas cranial vom Foramen intervertebrale, später, beim Erwachsenen, um drei bis vier Wirbelhöhen caudal davon. Und daran sind nicht die breiten Rückenmuskeln schuld; die durch den Cucullaris, resp. die Fascia lumbodorsalis bereits hindurchgetretenen Hautäste besitzen noch im- mer eine schief caudal-lateral gerichtete Verlaufsrichtung. Diese caudale Verschiebung der Haut ist im Wesentlichen durch das Wachsthum der unteren Extremität hervorgerufen. Schon Ross hat (nach Blaschko) die Vorstellung geäußert, dass die Haut durch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21454863_0031.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


