Beiträge zur Kenntnis der Dermatome der menschlichen Rumpfhaut / von Otto Grosser und Alfred Fröhlich.
- Otto Grosser
- Date:
- 1902
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Credit: Beiträge zur Kenntnis der Dermatome der menschlichen Rumpfhaut / von Otto Grosser und Alfred Fröhlich. Source: Wellcome Collection.
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![034 die Extremitäten förmlich handschuhfingerförmig ausgestülpt werde, und Bolk [98] hat als »Hilfsmethode« die Annahme gemacht, dass die ursprünglichen Dermatome des Embryo passiv dehnbare, gürtel- förmige Zonen von metamerer Anordnung seien, und dass sie durch schnelle Volumszunahme der inneren Muskel- und Skelettheile eiue Zerrung und Verziehung erfahren. Die an und knapp neben der Bildungsstelle der Extremität gelegenen Dermatome werden ganz auf die Extremität hinüber- und die benachbarten auf die früher vod den ersteren eingenommenen Rumpfabschnitte herangezogen — ein Process, der mit Rücksicht auf das anfängliche Zurückbleiben der Extremitäten gegenüber dem Rumpfe wahrscheinlich erst mit Be- endigung des Körperwachsthums seinen vollständigen Abschluss erhält. Bolk hat dieses Heranziehen von benachbarten Dermatomen für die obere Extremität ausführlich dargestellt; er hat auch darauf hin- gewiesen, dass der Process »am cranialen Rande (der Extremität) in einem schnelleren Tempo erfolgte als am caudalen Rande«. Es ist dies wohl selbst wieder eine Folge des Umstandes, dass die untere Extremität durch ihre größere Masse auf die Dermatome des Thorax einen überwiegenden Einfluss hat und den der oberen Ex- tremität selbst im oberen Thoraxbereiche nahezu paralysirt. So ist z. B. fast die ganze Rückenhaut caudalwärts in nach unten zu- nehmendem Ausmaße verschoben, die von den Lumbalnerven ver- sorgten Hautpartien sind größtentheils auf die Extremität hinüber- gezogen. Es ist ein mehr zufälliges Moment, dass im Bereiche des Cucullaris die Verschiebung der Haut und die Wanderung des Muskels beinahe den gleichen Betrag ausmachen (doch eilt die Haut, wie erwähnt, etwas voraus). Ein ähnlicher Parallelismus findet sich zwischen der Hautverschiebung und den Veränderungen in Form und Stellung der Rippen — obwohl sie im Laufe der Entwicklung (s. vorn, Embryo von 17 mm, pag. 523) nicht immer in gleichem Maße vor sich gehen, führen sie doch schließlich zu dem Resultat, dass die mit den Rippen verlagerten Nerven ihre Hautgebiete ohne sub- cutane Umwege erreichen. Dann breiten sie sich allerdings in der Haut ohne Rücksicht auf den Verlauf der Rippen aus. Der von den Autoren für die Verschiebungen der Dermatome auf und gegen die Extremitäten gebrauchte Ausdruck »Dehnung« der Haut ist natürlich nur ein bildlicher; wohl aber dürfte man be- rechtigt sein, ein annähernd gleichmäßiges, interstitielles Wachs- thum der Haut des ganzen Körpers und im Gegensätze dazu ein in](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21454863_0032.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


