Zur genauren Kenntniss des Nervus opticus, namentlich dessen intraocularen Endes : eine anatomische Studie für die Ophthalmoskopie / von Dr. von Ammon.
- Friedrich August von Ammon
- Date:
- [1844]
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Credit: Zur genauren Kenntniss des Nervus opticus, namentlich dessen intraocularen Endes : eine anatomische Studie für die Ophthalmoskopie / von Dr. von Ammon. Source: Wellcome Collection.
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![Nerven ist beim Fötus sinuös bis zur Mitte des fünften Monats (a. a. 0. Tab. 7. 12.8.1.]; er endet spitz in seinem obersten Ende. Der Kopf ist innerlialb der fötalen Spalte der Clioroidea und Sklera im Auge gelagert, und in;^dieser centralen Lage, hoch über das Niveau der Retina gestellt, gibt er die optischen Fasern in dieser Richtung, d. h. von oben nach abwärts auf die Netzhaut (a. a. 0. Tab. 7. 12.). Ist diese innere Verbindung der optischen Fasern mit der Netzhaut geschehen (über deren näheren Vor- gang, sowie überhaupt über das bisher gesagte Genetische ich auf die Entwickelung des Auges und die dazu gegebenen Illu- strationen verweisen muss. Entwicklung der Netzhaut Taf. 7, 12, 13, 14 und 8); so schliessen sich die membranösen Umge- bungen des fötalen Sehnervenkopfes enger um diesen an, consolidiren sich nach und nach, und gehen zuletzt in jene complete Rundung über, an der man nur schwer die früher längliche und klaffende fötale Spaltenform erkennen würde. Am menschlichen Fötalauge aus dem achten und neunten Mo- nate, und auch am Auge des ausgetragenen Kalbes kann man die Spuren jenes länglichen fötalen Spaltes auf Durchschnitten am Sehnerven beobachten, wenn man denselben dicht hinter der Insertionsstelle scharf abschneidet. (Entw. des Auges Taf. 3, 17.) Am Kopfe der Sehnervenscheide ist jetzt die complete Rundung eingetreten, zur Seite klaffen jedoch bisweilen stel- lenweise die Ränder desselben. Es werden sonach alle Theile, die in der länglichen fötalen Skleralspalte lagern, nach und nach rund, und das sind: die optische Oeffnung der Sklera, der Fö- talspalt der Choroidea und der Retina, und die Scheide des in- traocularen Sehnervenendes; alle diese Theile folgen der ge- nannten Bildungsweise, bis sie in der Rundung die Höhe ihrer Entwicklung erreicht haben. Das geschieht jedoch nur allmä- lig, wie auch die Verbindungsstelle der sehnigen Scheide des Nervus opticus mit der Sklera nur allmälig die Spuren früherer fötaler Bildung verliert. Längendurchschnitte der sehnigen Scheide des Nervus opticus in seiner Skleralverbindung am Auge des Neugeborenen zeigen z. B. deutlich, dass das Skle- ralende desselben ziemlich tief in dem Parenchym der Sklera liegt, es ist in dieser Zeit noch sehr spitz auslaufend, weil der Kopf des fötalen Sehnerven auch spitz geformt ist, denn der Form des Sehnerven schmiegt sich immer die Form der Scheide an. Erst später wird das Kopfende des Nerven und der Scheide breiter, wenn sich im fortschreitenden Kindes- alter das Auge des Neugebornen im Fundus mehr rückwärts wölbt. (Vergl. Entw, des Auges Tab. 7, Fig. 12, 13, 14.)](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21642515_0006.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


