Die Seehäfen Frankreichs von Voisin-Bey : Deutsche autorisierte Ausg. nebst Anmerkungen,von G. Franzius.
- Voisin, François Philippe, 1821-1918.
- Date:
- 1886
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Seehäfen Frankreichs von Voisin-Bey : Deutsche autorisierte Ausg. nebst Anmerkungen,von G. Franzius. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Gerstein Science Information Centre at the University of Toronto, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Gerstein Science Information Centre, University of Toronto.
180/230 (page 172)
![Th. Stevenson giebt bekanntlich in seinem »Design aucl coustiuctiun of har- bours« sehr ausführliche Mitteilungen über die Dauer verschiedener Holzarten nach den Beobachtungen von K. Stevenson am Bell Rock. Dieselben beziehen sich jedocli auf die Bohrmuschel Limnoria terebrans und nicht auf den Teredo. Dagegen scheint es, als ob seine Angabe, wonach das kreosotierte Holz vom Bohrwurm vielfach zerstört worden sei, sich auch auf den Teredo mit erstrecken soll. Diesem würde die neuerdings ausgesprochene Ansicht der in den \'ereinigten Staaten von Nord- amerika zur Prüfung der Mittel für die Erhaltung des Holzes eingesetzten Kommission allerdings widersprechen, welche das Kreosot als einziges Mittel gegen den Teredo empfiehlt (Scientific american 27. Juni 1S85). Andererseits ist aber in den letzten Jahren gerade in Nordamerika das von Yoisin-Bey erwähnte Boucherie-Verfahren wieder in Aufnahme gekommen, jedoch mit der Verbesserung, daß dem Kupfer- vitriol eine Barytlösung zugesetzt «ärd, wodurch die Löslichkeit der Im])rägnierungs- stoffe im Wasser vermieden wurde. Es sollen hiermit vorzügliche Resultate insbesondere auch zum Schutz gegen den Teredo erreicht sein, so daß dieses Ver- fahren in der nordamerikauischen ]\Iarine eingeführt ist. (Siehe: Preservatiou of tim))er. The american wood preserving company's process, copper and barium etc. Boston 1885.) Nach meinen Beobachtungen an nicht getränkten Hölzern ist ein besonderes Gewicht darauf zu legen, daß möglichst starke Hölzer verwendet werden. Bei allen von mir im Kieler Hafen untersuchten starken Hölzern fand ich den Bohrwurm immer nur im äußeren Splint, bei schwachen Hölzern dagegen vielfach im ganzen Querschnitt. Niemals fand ich Tiere von sehr verschiedener Größe in demselben Holz, so daß ich hätte annehmen können, es seien verschiedene Generationen ver- treten. Es scheint mir daher nicht wahrscheinlich, daß die Eier des Teredo sich an dem Holz, in welchem derselbe wohnt, weiter entwickeln, weil dasselbe un- mittelbar unter der äußersten Haut vollständig zerstört ist und dem jungen Tiere keine Masse zur Ausbohrung seiner Wohnung mehr bieten kann. Hatte das Holz also genügenden Querschnitt, um die erste Generation der Bohrwürmer in seinem Splint — ich denke vorzugsweise au Rundpfähle — beherbergen zu können, so bleibt der innere Kern gesund und ist durch den ihn umgebenden Röhrenpanzer gegen die Ansiedelung neuer Generationen geschützt. Vielleicht trifft dies nur da zu, wo der Bohrwurm noch nicht sehr stark verbreitet ist, wie z. B. im Kieler Hafen. Hier habe ich jedoch diese Beobachtung vielfach gemacht und nur dadurch erklären können, daß hölzerne Brücken, deren Rundpfähle im Splint vollständig zerfressen waren, doch keinen merklichen Fortschritt in der Zerstörung zeigten. Daß alle Bohrmuscheln das Holz nicht unterhalb des Meeresbodens oder oberhalb des niedrigsten Hochwassers angreifen, hat ja seinen Grund lediglich in ihrer vollständigen Abhängigkeit von frischem Wasser, indem z. B. der Teredo das hintere Ende seines wurmartigen Körpers stets unmittelbar an der ganz feinen äußeren Mündung des Bohrloches liegen läßt, das Seewasser der Länge nach durch den ganzen Körper bis zum Kopf aufsaugt und durch einen audem Schlauch mit den Bohrspänen wieder hinausbefördert. Sobald die Mündung von Erde bedeckt wäre oder längere Zeit trocken läge, würde der Bohrwurm alsbald wie jede andere Muschel zu Grunde gehen. 15 zu S. 77. Aus der großen, übrigens von Th. Stevenson übereinstimmend angegebenen Menge von Kreosot, sowie aus der noch hinzutretenden Schwierigkeit,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20995775_0180.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)