Die Seehäfen Frankreichs von Voisin-Bey : Deutsche autorisierte Ausg. nebst Anmerkungen,von G. Franzius.
- Voisin, François Philippe, 1821-1918.
- Date:
- 1886
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Seehäfen Frankreichs von Voisin-Bey : Deutsche autorisierte Ausg. nebst Anmerkungen,von G. Franzius. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Gerstein Science Information Centre at the University of Toronto, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Gerstein Science Information Centre, University of Toronto.
187/230 (page 179)
![Dagegen hat das Aussuchen nach den verschiedeneu .Stcingiüßen den Vorteil, daß das sc'liwere-re ^[aterial da verwendet wird, wo der xVngrifl' der Wellen am stärksten ist. während es im Innern un1)e<leuk]ii-ii durch leichteres ersetzt werden darf. Oes- hall) kann die äußere Böschung eine steilere werden, als hei unsortiertem Material, hei welchem die leichteren Teile alshald fortgespült werden, und hierdurch erfiieht sich eine weitere Materialersparuug. Wenn wirklich beohachtet ist, daß die englischen Dämme ebenso bedeutende und anhaltende f^ackungen zeigen, wie die französischen, so darf man doch daraus nicht schließen, daß es also in dieser Hinsicht gleichgiUtig sei, oh das .Material nacii der Größe ausgesucht wird oder nicht, l'ntergrund. Wasserwechsel, TieÜ! und Wellenschlag sind bei den in Frage stehenden Dämmen so verschieden, daß ein derartiger allgemeiner Vergleich meiner Ansieht nach nicht aufgestellt werden kann. Zur Erlangung eines sicheren Urteils müßten die Beobachtungen über beide Bauweisen an ein und demselben Damme gemacht werden. 31 zu S. 138. Es mag hier bemerkt werden, daß sich die außerordentlich luilien Kosten der Mole zu Dover, die bei 12—15 m Wassertiefe etwa 23 (»00 Mark für das laufende Meter Damm betrugen. zum großen Teil durch die ausgeführte Granitverblendung erklären. Nach den von Vernon-Hareourt mitgeteilten Angaben des leitenden Ingenieurs Druce haben sich die letzten Sti'ecken des Dammes, welche unter Niijdrigwasser keine Granitverblendung mehr erhielten, um Ve billiger gestellt, als die ganz mit Granit verblendeten, und Druce ist der Ansicht, daß auch diese geringere Granitbekleidung gegenwärtig nicht mehr zu rechtfertigen sei. da der Granit fünfmal so viel koste, wie der Beton, und letzterer sich ebenso gut halte wie jener. Ferner hat die Anwendung der Taueherglocke zum Versetzen der Blöcke ganz sicher zur Erhöhung der Kosten l)eigetragen. Wenn die Glocke gegenüber dem Helm auch den von Druce betonten Vorzug gehabt haben mag. daß sie in trübem und rasch tiießendem. kaltem Wasser dem Taucher die Arbeit erleichterte, so gestattete sie andererseits auch nur die ^'erwendung kleiner, S Tons schwerer Blöcke. Endlich würden sich die Kosten gewiß verringeit haben, wenn der aus Kreide bestehende Baugrund nicht so überaus sorgfältig mit Hilfe der Taucher- glocke gereinigt und abgeglichen, sondern mit einer als Unterlage für die Blöcke dienenden ÖchUttinig aus Bruchsteinen oder, wenn solche zu schwer zu beschaflfen waren, aus kleinen künstlichen Steinen versehen worden wäre. Der Damm soll sich sehr gut halten, namentlich in den äußersten Sti'ecken. wo die Böschung von ^/^ avif '/e verringert wurde. Dies kann zum Teil dem Umstände zugeschrieben werden, daß das Gewicht der oberen Schichten die un- teren bei steileren Wänden besser hält, als bei flacher geböschten, zum Teil jedoch wohl auch daher rühren, daß diese äußerste Dammsti-ecke wegen ihrer etwas an- deren Richtung vielleicht nicht ganz so starkem Seegange ausgesetzt ist. Stark gelitten hat nur die Brustmauer, die zur Gewinnung von Platz nachträglieh von 4 m auf 1,8 m verschmälert war und infolge dessen 1877 in einer Länge von rund 300 m von den Wellen weggerissen wurde. 32 zu S. 140. Deshalb darf der Damm von Aurigny nicht z\i den steilen, sondern muß zu den flach geböschten gerechnet werden, obgleich er von beiden etwas hat. 12*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b20995775_0187.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)