Volume 2
Lehrbuch der Anatomie des Menschen / von C. Gegenbaur.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1899
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Credit: Lehrbuch der Anatomie des Menschen / von C. Gegenbaur. Source: Wellcome Collection.
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![Von (lern Cölom und den serösen Häuten. § 186. Als Cölom oder Leibeshöhh im weiteren Sinne betrachten wir eine Eäumlich- keit Avelche mit der Sonderung der Leibeswand und der Darmanlage entsteht und sich durch den Körper erstreckt (I. S. 68). Sie umgiebt dabei die Darmanlage und ist auch in die Kopfregion des Körpers ausgedehnt. Der ursprünglich einheitliche Raum sondert sich später in mehrfache, verschiedenen Organen zur Einbettung Fig. 348. JS dienende Höhlen. Das gesamte Cölom scheidet sich in das Kopfcölom und das Rumpfcölom. Das Kopfcölom erhält sich nur in der Umgebung der Herzanlage und bildet schließlich eine das Herz umschließende Cavität, die Pericardialhöhlc (Fig. 348 H giebt diese Räumlichkeit [pc] in schematischer Darstellung). Mit der allmählichen Entfernung des Herzens vom Kopfe und seiner Einlagerung in den Thorax ver- knüpft sich eine Scheidung des vor- deren Theiles des Rumpfcölom in zwei seitliche Abschnitte (B). Diese kann man sich mit der Entstehung des Zwerchfells von dem übrigen Rumpfcölom gesondert denken. Sie stellen die Pleurahöhlen [G. p>l-] vor, welche die Lungen umgeben. Der übrige, einheitlich bleibende Theil des Rumpfcölom ist die Peritoneal- oder Bauchhöhle^ welche den größten Theil des Darmcanals und seine Adnexa birgt((7. Cö.). Sie nimmt das Abdomen ein, während die drei anderen Cavi- täten im Thorax liegen: die Pericar- dialhöhle mit den ihr beiderseits angeschlossenen Pleurahöhlen. Schematische Darstellung der phyletischen Differenzirung der serösen Höhlen. Die Bedeutung des Cölom ist nicht einfach in einer Hohlraumbildung zu suchen, vielmehr kommt seiner Wandung auch eine Reihe von wichtigen Be- ziehungen zu anderen Organsystemen zu. Bei vielen Wirbellosen ist sie Bildungs- stätte der Geschlechtsproducte, und auch bei Wirbelthieren sondern sich die Keim- drüsen aus der Cölomwand. Auch die Excretionsorgane stehen mit dem Cölom im Zusammenhänge, indem sie innere Mündungen besitzen, die selbst bei Wirbel- thieren in niederen Zuständen der Nieren noch vorhanden sind. Somit steht das Cölom in enger Beziehung zum Uro-genital-System. Diese Darstellung der Sonderung des einheitliclien, primitiven Cölom in seine ein- zelnen späteren Abschnitte soll nur das Hauptsächlichste gehen. Alle sonstwie mit jenen Vorgängen verknüpften ontogenetischen Complicirungen blieben unerörtert. Die verschiedenen Zustände des Cölom finden sich in der Reihe der Wirbelthiere ausgeprägt. Bei Fischen liegt die Pericardialhöhle noch vor dem Rumpfcölom, mit dem](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123074_0002_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)