Volume 2
Lehrbuch der Anatomie des Menschen / von C. Gegenbaur.
- Carl Gegenbaur
- Date:
- 1899
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Credit: Lehrbuch der Anatomie des Menschen / von C. Gegenbaur. Source: Wellcome Collection.
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![2. G-roße Drüsen (Speicheldrüsen, Gl. salivales). § 191. Diese nach altem Herkommen als »Speicheldrüsen« zusammengefassten um- langlicheren Organe sind nur mittels ihres Ausführganges in directer Verbindung mit der Schleimhaut. Ihr Drüsenkorper liegt stets außerhalb derselben, bei manchen sogar weiter davon entfernt. Nach dieser Lage der Drüsenkörper werden die einzelnen Drüsen unterschieden. Im Hauptsächlichen ihres Baues stimmen sie mit den Schleimdrüsen der Mundhöhle überein, wie sie denn auch als mächtigere Entfaltungen solcher anzusehen sind. Mit der voluminösen Ge- stalt sind aber auch manche Modificationen des feineren Baues, besonders im Verhalten der Epithelien, erfolgt, welche eine geänderte Function begleiten. Ein Theil der bezüglichen Drüsen sondert ein schleimhaltiges Secret ab und stellt sich dadurch den kleinen Drüsen näher, während ein anderer Theil eine seröse Flüssigkeit secernirt. So hat man Schleim-Speicheldrüsen und seröse Speicheldrüsen unterschieden, von denen die letzteren die durch ihre chemische Constitution charakteristische Speichelflüssigkeit liefern. Diese Drüsen sind die Gl. sublingualis, die Gl. submaxillarisnnä die Gl. parotis. Gl. sublingualis (Unterzungendrüse). Eine bedeutendere Gruppe größerer Schleimdrüsen am Boden der Mundhöhle bildet eine von der Caruncula sublin- gualis bis zum Hinterrande des Mylo-hyoideus reichende, letzterem Muskel auf- liegeude, abgeplattete Drüsenmasse. Sie bietet bezüglich der Ausführgänge differente Befunde dar. Bald münden die Drüsen vereinzelt in einer demUnter- kiefer parallelen Reihe aus(Dz<c^wsi?mm)*], bald sind die Mündungen vermindert, indem einzelne Drüsengruppen einem gemeinsamen Ausführgange angehören, oder es vereinigt ein Ausführgang den größeren Theil des Drüsencomplexes, indes noch mehrere einzelne Drüsen besonders münden. Der größere, sämtlichen Drüsen angehörige Ausführgang, sublingualis {bartliolinianus) **) führt dann zur Caruncula sublingualis. So tidtt an die Stelle zahlreicher kleiner Drüsen eine einzige größere, die hier in verschiedenen Stadien ihrer Ausbildung zu erkennen ist. Eben dadurch giebt sie auch die Vermittelung ab zu den zahlreichen kleinen Schleimdrüsen. Das Wechselverhalten dieses Befundes hat man sich so vorzustellen, dass die größere Drüse aus der Ausbildung einer kleineren hervorging, und dann die Entwickelung anderer kleiner Drüsen hemmte, denn es findet sich heim Vorkommen einer größeren noch eine Anzahl kleiner Drüsen vor. Gl. submaxillaris (Unterkieferdrüse) (Fig. 355). Diese Drüse liegt ent- fernter von der Mundschleimhaut, am Rande des Unterkiefers, in dem von den beiden Bäuchen des Digastricus mit dem Unterkiefer begrenzten Raume. Nach oben und innen grenzt sie an den M. mylo-hyoideus, an dessen hinterem Rande sie mit dem Ende der Gl. sublingualis zusammenstößt. Das Platysma und eine derbe *) A. Q. Rivinus (Bachmann), Prof, in Leipzig, geh. 1652, f 1723. **) Casi>. Baktiiolinus jun., Prof, in Kopenhagen, geh. 1655, f 1738.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28123074_0002_0027.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)