Lehrbuch der physiologischen Chemie / von W. Kühne.
- Kühne, W. (Willy), 1837-1900
- Date:
- 1868
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![aus Mucin, oder zum Theil aus Gemischen beider Körper bestehen. Man kann sich des Gedankens nicht erwehren, dass sie ümwandlungsproducte der Drüsenzellen selbst darstellen. Nach den mikrochemischen Reactionen kann es nicht auffallen, dass die oben angeführton Eiwoissreactionon beim Sympathicuss])eichel ungleich deut- licher ausfallen, und dass ferner eine sehr erhebliche Menge von Mucin da- raus durch Essigsäure ausfüllt. Der Sympathicusspcichel ist in der Regel so zühllUssig, dass er aus einzelnen grösseren Klumpen zu bestehen scheint, ähnlich einer zerhackten Leimgallerte, 'es gelingt leicht, viele Fuss lange Fäden davon zu -ziehen, und damit gefüllte enge Gefässe umzudrehen, ohne dass etwas ausflicsst. Nach dem Versetzen mit überschüssiger Essigsäure wird er zunächst noch fester, und erst durch Schlagen mit einem Glasstabe trennt er sich in eine nicht mehr fadenziehende Flüssigkeit und eine derbe Abschei- dung von Schleim, die den Stab wie ein fester Pfropf umgiebt. Das Verhal- ten dieser Masse ist ganz das des Mucins. Wie schon erwähnt verträgt die • Submaxillardrüse die Sympathicusreizung nicht lange, da sie hierbei eine eingreifende Degeneration erfährt. Es ist schwer zu entscheiden, ob dieser. Speichel einfach auf Kosten der beginnenden Degeneration, vielleicht einer Mucinmetamorphose in den secretorischen Elementen, den Di-üsenzellen, entsteht, oder ob die Drüse degencrirt, weil der äusserst zähflüssige Speichel in den feinsten Verzweigungen der Diüsengänge stecken bleibt, und dieselbe Veränderung erzeugt, wie wenn der grössere Ausführungsgang dauernd ver- schlossen wird, oder, wie wenn man dem Abflüsse des Speichels durch Injection von Oel in die feinsten Drüsengänge ein Hinderniss entgegensetzt. Die ungeheuren Mucinmassen des Speichels (dem Volum nach etwa '/g) machen die erstere Anschauung wahrscheinlicher, da dieselben nur geliefert werden können aus den Drüsenbeslandtheilen selbst. Der Sympathicusspcichel des Hundes besitzt eine stark alkalische Reaction und enthält dieselben Aschenbestandtheile wie der Chordaspeichel. Er besitzt die Fähigkeit Stärke in Zucker umzuwandeln, jedoch in einem so geringen Grade, dass erst nach einer Digestion von mehrei'en Stunden bei 35 C. die ersten Spuren von Zucker nachweisbar werden. C. Der ParalytischeSpeichelauf die verschiedenste Art, nach Nervendurcli- schneidungen oder nach Vergiftungen mit Curare gewonnen, ist noch nicht näher untersucht, ebensowenig der durch Reflexe vom Ganglion submaxil- lare unabhängig von den grossen Nervencentren erzeugte. Durch Einlegen vonCanülen in den Ausführvuigsgang kann auch Mensch- licher Submaxiliarspeichel, aber wohl oft gemischt mit Sublingual- speichel, gewonnen werden. Auch dieser Speichel ist schleimig, etwas fa- denzichend, enthält Mucin, und reagirt conslant alkalisch, wenn nicht die ersten epithelhalligen Tropfen untersucht werden, die nach dem Einführen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2265141x_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)