Lehrbuch der physiologischen Chemie / von W. Kühne.
- Kühne, W. (Willy), 1837-1900
- Date:
- 1868
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Credit: Lehrbuch der physiologischen Chemie / von W. Kühne. Source: Wellcome Collection.
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![Derarli.'e palholo^ische Fälle sind späler wiederholl zu physiolog.s hon l^n u«.-wcHhet .onU-n, so u. A. die Magenlislcl einerEhsln.schenlr.u von Bidäer und C. Schmidt und von Grihmccdät.. Das, ^vns ])ei Menschen durch X;felKMUe Wunden zuialli, on.slanden .ar, wurde -1842 .ou Basso^c, ,1843 Ion Blondlot. ahsiehllich beiThieren hergeslellt. So ist derGedanke zur Anle-ung künstlicher Fisteln entstanden , die jetzt nach einem verbesserlen Verfahre;! von Cl. Bernard in folgender Weise angelegt ^verden. Man füttert einen Hund so reichlich, dass der gefüllte Magen mit der grossen Curyatur den Bauchdecken hart anliegt, macht einen Schnitt im rechten Hypochon- drium parallel der Linea alba, einen Zoll lang dicht unter der letzten fal- schen Rippe, durchschneidet die Bauchmuskeln, parallel ihrer Faserung, und fasst den vorliegenden Magen mittelst zweier durchgeführter Faden. Zwischen den Fäden wird auf einer nicht zu gefässreichen Stelle ein Stuck des ganzen Magens gespalten, und einc Canüle von beistdiender Gestalt und Grösse bis zur oberen Platte eingeführt, welche mittelst des einen Fadens, der zugleich die Wundränder des Magens fassen muss, oder auch wie eine Tabaksbeutelschnur durchgezogen werden kann, fixirtwird. Der zweite Faden\vird zur Sicherheit mit beiden Enden durch alle Schichten der Bauchdecken geführt und damit die Wunde geschlossen, die keiner andern Ligatur bedarf, wenn sie nach dieser Vorschrift ausgeführt, klein genug ausgefallen ist. Die Yoi-lheile dieser Methode sind: dass gleich eine bleibende Canüle eingelegt wird, dass die Fistelöftiumg hierdurch eine beabsichtigte und constante Grösse erhält, dass die Vereinigung der Serosa des Magens mit den Wund- rändern sehr rasch erfolgt, dass die Thiere jnit den Zähnen niemals an die Wunde gelangen können, weil die äussere Platte der Canüle sie daran verhin- dert, und endlich dass die Fistel durch einen Kork fest verschlossen werden kann, was vonäusserster Wichtigkeil für die Erhaltung der Thiere ist. Für den Fall einer beträchtlichen Verdickung des Operationsfeldes durch die Narbe besteht die Röhre aus zwei ineinandergcschrobenen Theilen, sodass sie nachträglich verlängei't werden kann. Magenlisteln nach anderen Metho- den angelegt, liegen entweder so, dass die Magensecrcle, wenn die Thiere auf den Beinen stehen, nicht gehörig abiliessen können, oder sie erfordern das nachträgliche Einlegen von Canülen, die entweder zu complicirl sind, oder nicht vnjjständiLr schliessen. Im letzteren Falle erlcMden die Thiere Canüle für Magpiifisteln nach Cl. Hirnaril. Natürliche Grösse. A SchranbenzieUer auf die Fortsätze B B i)asse!id, zur Verlängerung der Canüle.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2265141x_0041.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)