Die Trichinen : eine wissenschaftliche Abhandlung nach eigene, besonders im sanitäts-polizeilichen und staats-thierärztlichen Interesse angestellten Versuchen und Beobachtungen : vervollständigter Abdruck eines Vortrages in der 40. Versammlung der Naturforscher und Aerzte zu Hannover 1865 / von A.C. Gerlach.
- Gerlach, Andreas Christian.
- Date:
- 1866
Licence: Public Domain Mark
Credit: Die Trichinen : eine wissenschaftliche Abhandlung nach eigene, besonders im sanitäts-polizeilichen und staats-thierärztlichen Interesse angestellten Versuchen und Beobachtungen : vervollständigter Abdruck eines Vortrages in der 40. Versammlung der Naturforscher und Aerzte zu Hannover 1865 / von A.C. Gerlach. Source: Wellcome Collection.
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![der Hitze in die Tiefe des Fleisches angestellt, wozu Herr Begemann ebenfalls das Fleisch präparirte. 1) Ein 4 Pfd. schweres Stück Schweinefleisch aus der Keule mit 1 Zoll dickem Speck wurde mit kaltem Wasser aufgesetzt; nach 1 Stunde trat das Kochen ein, welches 1 Stunde lang gleichmässig unterhalten wurde. Die heim Durchschneiden namentlich in der Mitte hervortretende Brühe war noch etwas roth. Die Fütterungsversuche mit diesem Fleische aus der Peripherie, soweit wie es gekocht erschien, d. h. die rothe Fleischfarbe eingebüsst hatte, blieben ohne Erfolg; aus der Mitte, wo noch rother Saft hervortrat, hatten bei einem Kaninchen die Entwickelung der Muskeltrichinen zur Folge, das Versuchskaninchen hatte sogar sehr viele Tri- chinen bekommen. 2) Ein 10 Pfd. schweres Stück Schinkenfleisch mit Schinken- knochen (Backbein) wurde 4 Stunden lang kunstgerecht ge- braten. Die Temperatur war hierbei in der Tiefe auf 65 °R. gestiegen; dieser Temperaturgrad wurde auch bei einem andern gesunden Schweinebraten und hei einem grossen Kalbsbraten nach 4—4 !/2 stündigem Braten immer wieder ge- funden, während nach 11/2 stündigem Braten der Kalbsbraten in der Tiefe nur 54 — 57 0 R. zeigte. Die Trichinen hatten ihre Lage verändert und erschienen todt; Fütterungsversuche bei Kaninchen waren alle ohne Erfolg. 3) Fleischklösschen von 1 ]/2— 2 Zoll aus trichini- schem Kaninchenfleisch bereitet und mit Fett nach Köchin- gebrauch gebraten. Die Fütterungsversuche mit der aussen braunen und der. 2. grauweissen Schicht waren ohne Erfolg, nach dem Füttern der centralen Schicht, wo das Fleisch noch röthlich war, bildeten sich Darm- und Muskeltrichinen und zwar sehr reichlich aus. Salzen, Pöckeln und Räuchern. 1) Ein grosser Schinken von einem stark mit Trichinen besetzten Schweine, welches in Hannover vorgefunden worden ist, wurde von einem Schlachter so präparirt, wie es hier üblich ist, nämlich 3 Wochen lang im Salze gelassen und darauf 3 Wochen geräuchert. Der Schinken war ziemlich fest und derb, also durchgeräuchert, und auf der Schnittfläche](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22337982_0063.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)