Untersuchungen über die Aetiologie der eiterigen Phlegmone des Menschen / von Joseph Passet.
- Passet, Joseph.
- Date:
- 1885
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Credit: Untersuchungen über die Aetiologie der eiterigen Phlegmone des Menschen / von Joseph Passet. Source: Wellcome Collection.
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![6 Stunden nach der Injection um 1,3'^, blieb continuirlicli hoch und fiel erst am 6. Tage etwas ab, kurz vor dem Tod. Wie weit die Temp. heruntersinken kann, ist bei Kaninchen 1 (Intravenöse Impf, mit Staph. aur.) ersichtlich. Die Temperaturen bei Injection von Staph. aur. in die Pleura und in die Abdominalhöhle wurden früher erwähnt. (Kan. 1. Impf, in Pleurahöhle desgl. Impf, in die Abdominalhöhle.) Impfung mit sterilisirten Kulturen. Einmal um nachzuweisen, dass die in das Blut injicirte ver- flüssigte Gel. nicht durch Thrombosen und Embolien allein schon die Todesursache abgebe, dann um der Annahme entgegenzutreten, in der verflüssigten Gel. seien durch das Wachsthum der Staph. bereits genügend nicht organisirte giftige Stoffe gebildet und ent- halten, wurde eine Gel.-Kult. des Staph. aur. in eine» Wasserbade gestellt und dieses zum Kochen erhitzt und 'A Stunde im Kochen erhalten. Von dieser GeL-Kultur, deren organisirte Beimengungen nun nach Controlkultur-Versuch getödtet waren, wurden einem Meer- schweinchen 10 Theilstr. in die JuguL, einem andern die gleiche ]\lenge in das Abdomen injicirt, beide Thiere blieben gesund. Die Infectiosität von 5 Theilstrichen derselben Kultur vor der Sterili- sirung war durch einen Kontroiversuch an einem Meerschweinchen konstatirt worden. — Dass die Microorganismen sich im Körper vermehren können, zeigen die Thierexperimente, bei welchen noch lange Zeit nach Impfung mit geringen Mengen die Mikroben sich massenhaft im Urin und in den Geweben des Körpers fanden; dass ihre deletäre Wirkung nicht immer und nicht aUein eine mecha- nische (i. e. durch Verstopfung kleinerer und grösserer Gefässe) ist, zeigt der manchmal rasch eintretende Tod in Fällen, bei welchen sich die Mikroorganismen in den Organen und im Blut in nur ge- ringer Menge wieder finden, und der makroskopische und miki'os- kopische Befund allein den Tod nicht erklärt. Am wahrscheinlich- sten und verständlichsten bleibt die Annahme, dass die Wii'kung der Mikroorganismen vor Allem eine chemische sei, und dass die giftigen Substanzen, die sogenannten Ptomaine oder Fäulniss-Alka- loide entweder von den Organismen selbst ausgeschieden, oder durch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21071536_0044.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


