Ueber die Krankheiten und Störungen des Nervensystems ... / Getreu ins Deutsche übertragen unter Aufsicht und unter Bevorwortung [sic] des Dr. F.J. Behrend.
- Marshall Hall
- Date:
- 1842
Licence: Public Domain Mark
Credit: Ueber die Krankheiten und Störungen des Nervensystems ... / Getreu ins Deutsche übertragen unter Aufsicht und unter Bevorwortung [sic] des Dr. F.J. Behrend. Source: Wellcome Collection.
59/480 page 27
![106. Die Physiologie des Cerebralsystems begreift die Km- | pfindung oder Sinnesthätigkeit in allen ihren Formen, die Per- i ception, das Urtheil, den Willen und die willkührliche Be- wegung. 107. Die Siuue sind, wie ich kaum zu sagen brauche, der Geruch, das Gesicht, das Gehör, der Geschmack und das Getast oder Gefühl; sie bringen zu unserer Seele Alles, was wir von der Aussenwelt wissen. Die Perception wird durch sie vermittelt. Das Urtheil ist ein reiner Seelenakt und eben so der Wille, dessen häufigstes Resultat die willkührliche Bewegung ist. Die Bewegungen, welche durch Empfindung hervorgerufen wer- den, ziehen gewöhnlich den W;illen mit in’s Spiel, aber da der Wille ohne vorgängige Empfindung thätig sein kann, so sind die willkühriichen Bewegungen, wie ich schon i angegeben habe, häufig selbstständige oder spontane. J08. Ich brauche kaum mehr auf die Reihe von Operatio- l nen hinzuweisen, io denen der sehr einfache Process der auf i die Empfindung folgenden Willensbewegung zu bestehen scheint. I Ich will nur in aller Kürze angeben, dass Empfindung oder ir- gend eine W irkung des empfangenen Eindrucks geradezu durch ! einen geeigneten Nerven zum Gehirn, dem Sitze der Psyche, ! getragen werden, und dass daher der Wille durch einen Wil- lensnerven vom Gehirn zu den in Bewegung zu setzenden Mus- . kein hin seine Thäügkeit üben muss. 109. So haben w7ir eine Nervenkette, welche schon in ei- i ner frühem Tabelle angegeben und T. II. Fig. 1. gezeichnet ist. 110. Es giebt eine Affection der Seele, auf die ich : schon früher hingewiesen habe, nämlich die Emotion; sie kann 1] durch eine Empfindung erzeugt worden sein; sie kann auch t\ unmittelbar zu Bewegung führen. Es ist ein grosser Unterschied i zwischen den Bewegungen, welche auf die Emotion folgen und ] denen, welche durch die Thätigkeit des Willens hervorgerufen 1 werden; die erstem, aber nicht die letztem wirken auf das wahre t Rückenmark, die ganglionischen Nerven und die Muskeln. So ( pflegt ein ekelerregender Gegenstand Erbrechen und Ohnmacht •j zu bewirken. Es giebt keinen Gegenstand, der für den Physio- >1 logen wie für den Arzt interessanter sein kann. Ich kenne keine d Krankheiten, welche gefährlicher sind als solche, die durch ; Schrecken, Ueberraschuug, Angst und Kummer erregt worden](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29289464_0059.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


