Ueber die Krankheiten und Störungen des Nervensystems ... / Getreu ins Deutsche übertragen unter Aufsicht und unter Bevorwortung [sic] des Dr. F.J. Behrend.
- Marshall Hall
- Date:
- 1842
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Credit: Ueber die Krankheiten und Störungen des Nervensystems ... / Getreu ins Deutsche übertragen unter Aufsicht und unter Bevorwortung [sic] des Dr. F.J. Behrend. Source: Wellcome Collection.
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![15]. Den Alten war wohl bekannt, dass Leiden in einer Hemisphäre des Gehirns Paralyse in der entgegengesetzten Kör« perhälfte erzeugt. 152. Diese Thatsache ist durch neuere Pathologen bestä- tigt worden. Man hat sich vollständig überzeugt, dass eine auf eine Hemisphäre des grossen und kleinen Gehirns, nnd auf eine Seite der Mittelfläche des tuber annulare beschränkte Affection stets in der entgegengesetzten Körperseite, während ein auf die seitlichen Säulen der medulla oblongata und spinalis beschränk- tes Leiden an derselben Seite sich kund gibt. Das Encepha- lon wirkt kreuzweis, das Rückenmark aber direkt. J53. Man hat sich ferner durch Versuche überzeugt, dass Verletzungen oder Störungen des Encephalon nur Para- lyse, Störungen oder Verletzungen der medulla oblongata und spinalis aber, je nach ihrer Heftigkeit, Konvulsion oder Pa- ralyse veranlassen. Daher ist es ein Umstand von Wichtig- keit, die Ursache der bei reinen Gehirn leiden sich einstel- lenden Konvulsionen aufzusuchen. 154. Das sind in aller Kürze die hier zu erwähnen- den Th at Sachen. Noch muss ich angeben, dass in älterer Zeit Saucerotte*) in seiner Pfeisabhandlung, welche er der academie royale de Chirurgie 1768 übergab und in neuerer Zeit Foville und Pinel-Grandchamp, Serres, Lacrampe- L ou st au uud Bouillaud zu zeigen versucht haben, dass aus- ser der Kreuzwirkung des Gehirns Affektionen des corpus stria- tum oder des mittlern Lappen Paralyse der untern Extre- mitäten herbeiführen, während eben solche Affektionen des thala- mus oder des hintern Lappen Paralyse der obern Extremi- täten erzeugen, so dass, wenn diese Ansicht richtig wäre, eine doppelte Kreuzwirkung vorhanden sein würde. Ich bediene mich dieses Ausdrucks bloss für die, welche diese Hypothese —■ denn ich fürchte, dass sie weiter nichts ist als eine solche — mit einem Worte bezeichnen wollen; L allem and und A ndral **) haben nach der Untersuchung einer sehr grossen Reihe von That- c) s. Flourens du Systeme nerveuoc S. 223; ferner Bouillaud, de VEncephalite S. 275. 0 °) Lallemand, Recherches sur Tencephalite, III. S.317. — A n dra 1, Clinique medicate V. S. 357.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b29289464_0069.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


