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Credit: Operationslehre für Geburtshelfer / von Hermann Friedrich Kilian. Source: Wellcome Collection.
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![ccenlra, .vodurcl., wie begreiflich, das Gesammlleiden eine wesent- Dich ernstere Bedeutung gewinnt. Diese Gefahren ziehen entweder elnzehi oder in Verbindung Iberan und werden nach Maassgabe ihrer Äusprägimg an verderbhcb- jsler Wirkung gewinnen. Welcbe derselben aber eintreten, von wei- (cher aus das Werk der Vernicbtung erfolgen werde, lasst s.cb in Ikeinem Falle, aucb nur mit irgend einer Wabrscheinlicbke.t, vor- ^ausbestimmen, ja es ist völlig unmöglich selbst aucb nur leidlich ge- inügend vorberzusagen, ob der Fall überhaupt mit Gefahren ver- lknüpft sein, oder ob er vielmebr ganzlicb glücklich vorübergeben -werde, denn gar wohl kann allerdings aucb das Letzlere geschehen: idocb ist dieser Ausgang immer nur als einp böcbst seltene und un- , erwartete Ausnahme zu betracbten. Wir kennen und würdigen 0 :zwar mit aller Sorgfalt so gut wie einer der Unbefangensten die Fälle, wo Placenlcn erst nach mehreren Tagen, ja nacb Monaten ausgeschieden wurden, ohne faul gewesen zu seyn^), ja wir gedenken lebhaft der Fälle, wo grosse Stücke von Mntlerkucben, sogar selbst ganze Nachgeburten durcb einen wabren R e s o r p t i o n s p r o- cess aus der Gebärmutterböble verschwanden ^): — allein wir wis- sen aucb eben so genau, dass alle diese und ähnliche Beobachtungen, bis zur Stunde wenigstens, durchaus keinen praktischen , sondern einen blos historischen Werth haben, und für jetzt in keiner, auch nicht in der geringsten Beziehung, auf unsere Handlungsweise Ein- fluss haben dürfen. — Nach dem gegenwärtigen Standpunkte unserer Kenntnisse müs- sen wir es vielmehr frei bekennen, dass wir in jedem Falle von verhaltener Placenta keine andere als eine völlig zweifelhafte Pro- gnose stellen dürfen, und dass wir den Fall immer als einen mög- licherweise sehr bedenklichen und an Gefabren reichen zu betrach- n Zum volleüllicen Belege hierfür glauben wir wohl unsere Leser auf unsere Geburtslehre etc. Bd. II. 2te Hälfte p. 597 seq. §. 400 seq. verweisen zu dürfen. . ^ ,, • • n u i 0) Dieses bestätigen, unter den bereits cilirten Fallen, einige Beobach- tuneen vonSchmitt, der Fall vonDucasse, von Denman, Oslander d. J., Pio rry so wie von sehr vielen anderen, und es gebieten uns unsere eigenen neueren Beobachtungen , von denen unsere Geburtslehre das Ausführlichere berichtet der Ansicht M. Saxtorph's vollkommen beizustimmen, die dahin geht dass ein mit der Gebärmutter in Zusammenh.ing gebliebener Mutter- kuchen niemals faule, sondern frisch bleibe (Ej. gesamnielle Schriften p, 300), und wir können es nur billigen, wenn Froriep ganz dasselbe bestätigt (l>,]. Handbuch etc. 1832. p. 518. 3.) 3) An der eben citirten Stelle unserer Geburtslehre haben wir besonders p. 598. 599 das merkwürdige, jetzt vielfacii bewahrheitete Phänomen der Pla- centar-Resorption besprochen und Saloinon's (in heydcn) grosse Verdienste um die Erkenntniss dieses Vorganges hervorgehoben.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21957587_0837.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


