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Credit: Operationslehre für Geburtshelfer / von Hermann Friedrich Kilian. Source: Wellcome Collection.
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![»peration zur Last legen: sie gehören nicht dieser, sondern allein der iMelhode und ihren Fehlern an. Ebenso wäre es gegen jede Billigkeit und IJen gesunden Sinn gefehlt, wollte man die bei verschiedenen Nachge- )»urlsoperationen wahrnehmbaren höchst abweichenden, bald mehr jDald minder bedenklichen, Symptome dem Mittel als etwas Tadelns- würdiges und Verderblicbes aufbürden , denn auch diesen Vorwurf .iann die Operation mit allem Nachdruck von sich streifen , indem ,.)ei ihr ganz so wie bei jeder anderen, sie mag Namen haben, wel- :bben sie immer will, die Nacbwirkung der Operation zum grössten rrheile von der Individualität des Operirten bestimmt wird, daher J.lenn auch sie einen ungleich weniger tiefen Eindruck auf die Kreis- itende macht, welche noch kräftig ist, als auf jene, welche durch Bßlutflüsse, Krampfzufälle, Arzneimissbrauch u. dgl. auf's Aeussersle Ejrschöpft wurde. Nur das eine fragt sich hierbei, ob nicht unter ijewissen Verhältnissen die Einwirkung der Operation eine so tief eärschütternde und unfehlbare sein könne, dass der Tod der Fi'au eentweder als deren augenblickliche oder spälere, jedenfalls aber als (Ideren stets ganz sichere Folge auftreten werde, und wir läugnen kk.einesweges, dass es Nachgeburtsoperationen gegeben , ja vielleicht .<sogar oft gegeben hat, wo solch ein beklagenswerlhes Resultat ge- wonnen wurde. Wenn aber auch eines Theiles das Mittel hierin iinichts weiter als das Loos aller anderen kräftigen Mittel theilen mürde, denn Avir fragen, wo es wohl eines giebt, in dessen Gefolge uund unter dessen Einwirkung nicht Todesfälle erfolgt sind : so ragt CS doch über die meisten dieser Mittel dadurch hervor , dass man ])ei ihm mit inniger Gewissheit eben so gut den Zeitpunkt be- sstimmen kann, wo es völlig unschädlich sein, als wie auch (denjenigen, wo die grösste Wahrscheinlichkeit eines gefahrvollen [Erfolges obwalten wird. Als die unbezweifeltste Thatsache feslste- Ihend kann man nämlich den durch die beste Beobachtung begrün- (deten Erfahrungssatz betrachten : dass jede Nachgeburtsoperation, Ibei welcher die Räumlichkeit des Gebärorganes eine so sehr be- sschränkte an und für sich schon ist, oder eine solche erst ge- worden ist, dass die Einführung der Hand') nur mit grosser Mühe und Gewalt erzwungen werden kann, den zerstörendsten MEinfluss haben kann, und dass derselbe in dem Maasse wächst, in Avelchem man längere Zeit nach der Ausscheidung des Kindeskörpers zur Ausführung der Operation schreitet ; dass dagegen aber jede 1) Dass wir hier nur von den manualen Nachgebiirtsoperationen und BDI cht auch von den instrumentalen sprechen, wird nnsern Lesern ddurch die folgenden Blätter als hinlänglich gerechtfertigt erscheinen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21957587_0839.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


