Das Stromgebiet der Sprache : Ursprung, Entwickelung und Physiologie / von Rudolf Kleinpaul.
- Kleinpaul Rudolf, 1845-1918.
- Date:
- 1892
Licence: Public Domain Mark
Credit: Das Stromgebiet der Sprache : Ursprung, Entwickelung und Physiologie / von Rudolf Kleinpaul. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
52/576 page 8
![Schlüssen: lat. claudere Schmalz: Malz, wie schmelzen: /AkhÖsiv Schnur: Nerv, wie Schnauze: Nase schauen: lat. cavere sparen: lat. par[cere] Spross: lat. Pro [ge nies], wie spreiten, englisch to spread: breiten, sprudeln: brodeln, sprühen: brühen, spritzen, spratzen, spriitzen, italienisch sprizzare, sprazzare, spruzzare: brutzeln, brausen, bratzen u. s. w. Stier: dänisch Tyr, lat. Taurus Schwinge: engl. Wing lat. stridere: xqiQhv Strom — Srom: Rhein, lat. Rivus, griechisch Rheuma, Rheumatismus gegenübersteht; auch im Auslaut erscheint diese Verstär- kung von Schallworten durch ein s, man denke an Klaps, Schnaps, Klops, Bums, Klecks, Taps, Knicks, Knips, Knirps u. s. w. Das englische to speak ist also eine Nebenform von to break und unser sprechen eine Nebenform von brechen — beide Zeit- wörter verhalten sich wie das englische to spell, erzählen, mittelhochdeutsch spellen, zu dem altpreussischen billu, ich sage, das Eduard Müller anführt, oder wie unser speien, lat. spuere zu griechisch tvtvelv (aus tzvslv, wie TtTohg aus rtöhs, Ttrölepog aus rtölsfiog); die S-form wurde dann vom Volke auf die Hervorbringung der Sprachlaute eingeschränkt, während dem Brechen der allgemeine Sinn, zugleich der des Erbrechens (Vomitus) verblieb. Im Sanskrit, wo das üblichste Verbum für sprechen: brü ist, hat es dieses Pinsel- striches nicht bedurft. Dass indessen der Begriff Bruch auch in seiner eigentlichen Bedeutung ein S vorgesetzt er- hielt, beweisen unwiderleglich die Ausdrücke Sprockweide für Bruchweide, Sprockholz für Windbruch, italienisch, mit un- klarer Bedeutung, halb Spross halb Brocken, Sprocco neben Brocco. Sprock ist soviel wie spröde, sprack soviel wie brü- chig und zerbrechlich. Wenn der Italiener einen guten Tropfen getrunken hat, schliesst er den Mund fest, schnalzt mit der Zunge am Gaumen und macht, wie er es nennt: Sprocche oder Spracche — er macht gleichsam Sprache, denn das Wort malt sogut wie Sprache, womit es zufällig zu-](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21705732_0052.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


