Experimentelle Beiträge zur Lehre vom Gedächtniss / von G.E. Müller und A. Pilzecker.
- Müller, G. E. (Georg Elias), 1850-1934.
- Date:
- 1900
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Credit: Experimentelle Beiträge zur Lehre vom Gedächtniss / von G.E. Müller und A. Pilzecker. Source: Wellcome Collection.
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![die Anfangssilben zweier unmittelbar aufeinanderfolgender Takte denselben Vokal oder Diphthong enthalten; 4. wenn der Anfangskonsonant der ersten Silbe und der Endkonsonant der zweiten Silbe eines (aus zwei Silben be- stehenden) Taktes oder der Endkonsonant einer Silbe und der Anfangskonsonant der nächsten Silbe identisch sind; 5. wenn zwei oder mehr Silben ein Wort (z. B. weib lieh) oder eine Phrase (z. B. gib mir) bilden. Dagegen wirkt hinderlich für die Erlernung eine An- häufung von Diphthongen und schwerer aussprechbaren Kon- sonanten, wie sch und 0. Besteht zwischen zwei derselben Beihe angehörigen Silben Ähnlichkeit, z. B. volle Übereinstimmung hinsichtlich zweier Buchstaben, so kann hierdurch die Erlernung der Silbenreihe je nach Umständen beschleunigt oder auch (durch Bewirkung von Verwechselungen) verzögert werden. Um nun die Silbenreihen möglichst gleichförmig und ver- gleichbar zu machen, bedienten wir uns bei der Herstellung derselben eines Verfahrens, welches bei genauer Durchführung das Vorkommen der hier angeführten, die Grieichförmigkeit störenden Faktoren völlig ausschliefsen mufste. Die Silben- reihen, welche mittelst dieses neuen Verfahrens hergestell-t wurden, bestanden sämtlich aus 12 Silben und werden von uns kurz als normale Silbenreihen bezeichnet werden. Die Art ihrer Herstellung war folgende. Von den 17 Anfangskonsonanten b, cl, f] g, h, j, h, l, m, p, r, s, t, IV, z, sch^ war ein jeder auf einen kleinen Zettel (ein weifses Pappstück) geschrieben. Diese Zettel wurden durcheinander gemischt und in einen Kasten gelegt, in welchem sie dem Blick des Versuchsleiters entzogen waren. Ebenso wurden in einen zweiten Kasten Zettel mit den 11 (12) Vokal- lauten^ und in einen dritten solche mit den 12 Endkonsonanten /, h, l, m, n, p, r, s, t, z, ch, sch gelegt. Behufs Anfertigung einer zwölfsilbigen Reihe wurde nun aus den Kästen der Anfangskonsonanten, der Vokallaute und der Endkonsonanten ^ Von der Benutzung des sch als Anfangskonsonanten wurde später- hin gelegentlich (in Versuchsreihe XII) Abstand genommen. ^ Unter Vokallauten verstehen wir in dieser Abhandlung der Kürze halber nicht blofs die Vokale a, e, i, o, u, sondern auch noch die von uns benutzten Diphthonge ü, ö, ü, au, ei, eu. 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28111916_0023.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)