Handbuch der allgemeinen und speciellen Balneotherapie / bearb, von Baumann [and others] redigirt von Th. Valentiner.
- Valentiner, Theodor, 1820-1877.
- Date:
- 1873
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Credit: Handbuch der allgemeinen und speciellen Balneotherapie / bearb, von Baumann [and others] redigirt von Th. Valentiner. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University, through the Medical Heritage Library. The original may be consulted at the Harvey Cushing/John Hay Whitney Medical Library at Yale University.
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No text description is available for this image![über Leberkrank!]eiten als ein Carlsbader Badearzt u. s. w. Die Krank- heiten bieten sich in Gleichartigkeit dar in Fülle, und die Mittel, deren therapeutische Erfolge zu beobachten sind, sind der Zahl nach auf wenige beschränkt. Die Verhältnisse stellen sieh also so günstig-, wie bei jedem Specialisten, also beispielsweise eben so günstig, als bei einem Special- arzte für Syphilis, der es auch mit gleichgearteten Krankheitsfällen und mit wenigen Mitteln zu thun hat. Aus diesem erwähnten Vortheil er- wächst dem Badearzte die grössere Sicherheit in seiner Branche, die er mit den Specialärzten gemein und vor den „Aerzten für Alles voraus hat. Neben dem gedachten Vortheile treffen aber den Badearzt ver- schiedene Nachtheile in Betreff des Sammeins von balneotherapeutischen Erfahrungen. Einen derselben habe ich bereits erwähnt, und es ist keiner der geringsten, der nämlich, dass der Badearzt von der Krank- heit durchschnittlich nur einen verhältnissmässig kleinen Abschnitt zu beobachten bekommt. Fast ausschliesslich sind es chronische Krank- heiten, für welche Heilung an den Quellen gesucht wird, Krankheiten, deren Verlauf sich durch Monate und Jahre hinzieht, die der Badearzt in der Begel nur für den kurzen Zeitraum einiger Wochen zu beobach- ten bekommt. An und für sich ist es schon ungleich schwieriger Erfah- rungen zu machen über die allmäligen Heilwirkungen eines Arzneimittels bei einer Krankheit mit chronischem Verlauf als bei rascher Medikamen- tenwirkung im Verlaufe einer akuten Krankheit. Wie viel schwieriger aber wird es dadurch für den Badearzt Erfahrungen über Heilerfolge zu sammeln, dass er die Kranken während der Zeit nicht zu beobachten Gelegenheit hat, in der sich in der Regel erst die Resultate der ge- brauchten Brunnen— und Badekuren herausstellen, zur Zeit der Nach- wirkung. Ich denke es lohnt sich an dieser Stelle ein Wort zu sagen über dieses viel geschmähte Wort. Steht es doch vielfach in dem Ruf beim Publikum, dass es erfunden sei von Badeärzten zum Tröste der ungeheilt oder ungebessert den Quellen den Rücken kehrenden Kranken, damit sie den letzten Händedruck nicht von Murrenden bekommen. Und doch belehrt die Erfahrung die Hausärzte alljährlich tausendfach darüber, dass erst Monate nach beendigter Badereise die gewünschte Wirkung bei ihren Patienten eintritt. Suchen wir nach einer Erklärung für diese Thatsache, so werden wir sie nicht immer rinden. Erklärlich allerdings werden wir es finden, dass erst nach Monaten sich die Ge- sammternährung gebessert und die Kräfte sich gehoben finden, wenn die Brunnenkur speciell gebraucht wurde zur Verbesserung der Verdau- ungs- und Assiniilationsthätigkeit, wenn also nach sogenannten auflösen- den Kuren in Kissingen, Marienbad, Carlsbad u. a, erst während des folgenden Winters die vollendete Heilung sich zeigt. Wir werden es begreiflich finden, wenn wir ein scrophulöses Individuum, dessen Ver- dauung und Hautthätigkeit darniederliegt, in bessere hygieinische Ver- hältnisse setzen und durch Gebirgsluft, Kochsalzwässer und Bäder ihm](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21000244_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)