Compendium der Frauenkrankheiten : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte / von C.G. Rothe.
- Rothe, Carl Gustav.
- Date:
- 1879
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Credit: Compendium der Frauenkrankheiten : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte / von C.G. Rothe. Source: Wellcome Collection.
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![ihnen so vertheilt: nur für eine Krankheit ist jeder (ein- zelne) Arzt, nicht für mehrere. Alles ist voll von Aerzten (navra ö' Ij/TQOjv körl 7i?isd), denn die einen sind Augen- ärzte, jene für den Kopf, andere für die Zähne, andere für die Krankheiten des Unterleibes {tojv xara vi]- Sijv), andere für die geheimen (inneren) Krankheiten (tcov acpcivioiv vovacov). — Nach den Aufschlüssen, die wir durch die neuesten Entzifferungen von Papyrusrollen über die ägyptische Medicin erhalten haben, kann es kaum einem Zweifel unterliegen, dass es sich dort bereits um eine wissenschaftliche Arbeitstheilung, um die Ausbildung von Specialitäten ganz im heutigen Sinne gehandelt hat, bei welcher gewiss die Grynäkologie nicht leer ausging. Doch fehlen darüber zur Zeit noch schriftliche Documente. Die ältesten wissenschaftlichen Bearbeitungen unseres Gegen- standes finden wir bei den Grriechen. Hippocrates (460—370) beschreibt die „Natur der Frauen und ihre Krankheiten, Soranus von Ephesus unter Trajan, der grösste Grynäkolog des Alterthums, die „Weiberkrankheiten^', Aretaeus lehrt die Yaginaluntersuchung, die Behandlung von Ausflüssen und Greschwüren, Gralenus deutet schon den Grebrauch einer Art speculum an. Yon den Späteren giebt Aetius im 6. Jahrhundert An- weisungen über die Ausdehnung der Oervix uteri durch Pressschwän3.me, Anwendung von Injectionen und Sitz- bädern, Behandlung von Cervicalgeschwüren durch Aetz- mittel und der Lageveränderung durch eine Art Sonde, „specillum. Paulus Aegineta sucht TJterusgeschwüre mittelst der „Dioptra auf, einem röhrenförmigen Speculum, bei dessen Gebrauch er mahnt, vorher die Länge derYagina zu messen, um nicht den Uterus zu drücken. Hölzerne, metallene und luftgefüllte Pessarien, nach ihrer Gestalt TiQKZTzlaxoL uud 7ZQicc7ii(7X0QTd genannt, werden von den Griechen zur Ausdehnung der Scheide angewendet. Mag es nach neueren Untersuchungen zweifelhaft sein, ob die Alten eine -genaue anatomische Kenntniss der weib- lichen Genitalien hatten und nicht, wie Win ekel aus einem Citate des Paulus Aegineta schliesst, das Collum uteri mit der Yagina und den Introitus vaginae mit dem Os uteri](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21075542_0016.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)