Handbuch der medicinischen Statistik / von F. Oesterlen.
- Oesterlen, Friedrich, 1812-1877.
- Date:
- 1874
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Credit: Handbuch der medicinischen Statistik / von F. Oesterlen. Source: Wellcome Collection.
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![Waffengattung 1859 1837—1846 Zahl <]er Uannscbaft Zahl der Auf- „ .„ . . , Zahl der nahmen in s », , Spital j Todesfalle von je 1000 Mann von je 1000 Mann traten krank in's Spital starben traten jährlich 1 krank in-sSpitalis'»« Garde- (Household-) Cavalerie Dragoner Artillerie Ingenieurs Militär-Train Garde-Infanterie Linien-Infanterie Depot-Bataillons 1213 8059 11508 1243 1139 5939 19621 22993 653 7908 14877 1579 1439 4701 18915 26421 10 64 ■ 92 9 7 54 149 311 538 981 1293 1270 1263 791 964 1148 8.24 7.94 7.99 7.24 6.14 9.09 7.59 13.52 962 1189 862 1044 11.09 13.64 13.92 20.43 17.89 Summa 71715 1 76493 696 1066.6 9.70 1014 15.39 Hier war also zwar die Erkrankungshäufigkeit der Linien-Infanterie im J. 1837—46 grösser als diejenige der Linien-Cavalerie (Dragoner), nicht aber im J. 1859, und hier sogar geringer als bei andern Waffengattungen, ausgenommen nur die Garde-Cavalerie und Garde-Infanterie. Zugleich zeigt die Tabelle, dass während im J. 1859 die Sterblichkeit aller Corps im Ver- gleich zu 1837—46 mehr oder weniger erheblich sank, die Erkrankungs- häufigkeit umgekehrt etwas stieg, wohl besonders durch den grössern Be- trag Venerischer (s. unten). In welchem Grade aber die Krankenzahl der Truppen schon durch's sog. Campiren in Feldlagern vermehrt werden kann, zeigt u. a. folgende Zusammen- stellung für die belgische Armee 1851—55. Hier erkrankten in 4 Jahren bei einer mittlem Dauer des Feldlagers von 48 Tagen unter zusammen 69457 Mann nicht weniger als 7568, = 108.8 von 1000 Mann oder 1 von 9.1, also um 1/4 mehr als in der Garnison ^). Wesentlich dasselbe wiederholt sich immer und überall. Im Feld, im Krieg aber stehen etwa 10—15°/o und mehr des Effectivstandes beständig auf der Krankenliste, d. h. mindestens 2—3mal mehr als in gewöhnlichen Zeiten in der Garnison 2. Die mittlere Aufenthaltsdauer oder Behandlungszeit der Kranken im Spital war bei den Armeen in *) Preussen 16 Tage Algerien 36.5 Tage Oestreich (Gohlert) 17—18 — Belgien 1846 u. 55—57 23.6 — Franki-eich 16—17 — — 1846 21.8 — bei der Linien-Infanterie = 1:20.08 oder 49 von 1000 Mann — — Garde-Infanterie = 1 :23.43 — 42 — — — — — Cavalerie zusammen = i: 24.87 — 40 — — — Vergl. Villermö, Annal. d'Hygiene t. II, 1829, S. 262. 1) Das Total ist von mir berechnet. 2) Meynne 1. c. S. 44. Von jenen 7568 Kranken litten an acuten, fieberhaften Krankheiten (besonders Wechselfieber, Typhus, Pneumonie) 3796, an Ophthalmie 601, Venerie 891, Kräze 1079, Blessuren 1201. Granulöse und andere leicht Erkrankte, die im Quartier behandelt wur- den, sind in obiger Krankensumme nicht mitgerechnet. Dass aber auch die Sterblichkeit der Truppen durch Feldlager bedeutend erhöht werden muss, lässt sich schon aus der so hohen Erkrankungsziö'er an acuten Krankheiten schliessen. Typhus, Wechselfieber herrschten immer ganz besonders im Frühling , Krankh. der Verdauungsorgane, Diarrhoe u. a. wie granulöse Ophthalmie im Sommer, und im Juli, August war die Erkrankungsziffer stets viel höher als im Mai, Juni. 3) Im Krimmkrieg waren so bei der französischen Armee im Mittel 15—200/0 beständig krank, und im lezten chinesischen Krieg kamen bei den englischen Truppen auf 1000 Mann im Mittel 4000 Aufnahmen in's Spital, so dass also jeder Soldat durchschnittlich 4mal krank in's Spital trat. 4) Meynne 1. c. S. 42 ff. In Frankreich hetrug dieselbe 1862 28 Tage, und auf 1000 Mann kamen 258 Aufnahmen in's Spital (Compte rendu sur le Service etc. Paris 1864).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21521918_0905.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


