Volume 1
Lehrbuch der Physiologie des Menschen / von Friedrich Arnold.
- Date:
- 1836-1842
Licence: Public Domain Mark
Credit: Lehrbuch der Physiologie des Menschen / von Friedrich Arnold. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by the Royal College of Physicians of Edinburgh. The original may be consulted at the Royal College of Physicians of Edinburgh.
402/438 page 378
![kling äussern, l d i o s \ ii k im s i c. Dieselljc ist /.nwcilcn Jiiclil in der Wirklichkeil, sondern in der Einbilduni; hegründet. Sie ist linuKg, \vie besonders beini weiblichen Geschlecht whli- rcnd der Schwangerschaft, vorübergehend, nicht selten aber bleibend; sie bc/.ielit sich I)ald nul diejenigen SlofFc der Aus- scnwelt, weiclie dem Menschen zum ]:-rsatz dienen , die INahrungsniitlel, wie z. Ii. Krebse, IMnscJielu, gewisse Fische, Erdbeeren, Knoblauch, bald auf sinnliche übjecle, wie gewisse Gertadie, Farben. Tone u. s. w. Diese eigen- ihiiniliche Slinunung einzelner INIenschen ist öl'ters von gros- sem Werth für die Erhallung der normalen f^ebcnsv orgänge. Die Idiosynkrasien liaben weder in einer besoiidern Beschaf- fenheit der Lebenssalle, wie die Allen glaubten, noch in einer individuellen BcschafFenheit des Nervensystems, was viele INcucre annehmen, allein ihre Ursache; sondern sie werden durch einen eigenthiimlichen Zustand des Lebens, an dem feste und flüssige Tlieilc und verschiedene Systeme mehr oder weniger Anlheil nehmen, hervorgerufen. §. 358. Der Organisnjus besitzt die Fähigkeit, unter gewissen Ver- hältnissen für bestinnnte Einflüsse eine gesleigcrle Eni[)fäng- lichkeit zu entwickeln. Dieselbe hat vorzüuüch acüen sokdie P^inflüsse statt, welche eine ähnliche Sliunnun i'-u erzeu<:cn vermögen, wie lÜe ist, in der sich der lebende Korper be- findet. In so fern dieses Vermöocn ein eioenthumliches und constantes ist, auf das manche Erscheinungen zurückgeführt werden müssen, kann man ein besonderes Gesetz aufstellen, welches als das der p o l e n z i r t e n oder gesteigerten Em- pfänglichkeit des Korpers fiir gewisse, dem besondern Zustand verw^andte Reize bezeichnet wird. Dasselbe gibt sich deutlich bei mehreren Vorgängen zu erkennen , und zw^ir so- wohl bei der Einwirkung materieller, als imponderabler Agentien. So nimmt man wahr, dass die Farbe eines Ge- genstandes bei der gleichnamigen subjektiven Farbe des Au- ges im Anfang der Betrachtung stärker erscheint und durch sie erhöhet wird, bis sich das Auge bei langcrm Beschauen an die Farbe gewöhnt. Ferner beoliachtct nian bei manchen](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925653_0001_0404.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


