Volume 1
Lehrbuch der Physiologie des Menschen / von Friedrich Arnold.
- Date:
- 1836-1842
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Credit: Lehrbuch der Physiologie des Menschen / von Friedrich Arnold. Source: Wellcome Collection.
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![Iluhc vor. verlheidigen sicli mir, wenn sie angespüffen wer- den oder fügen sicli unter das Jocli ihrer IVaclibarn. Solche Unlerscliiede findet man nicht blos bei einer Vergleichung einzelner Menschen , sondern auch der verschiedenen Stamme eines Volkes und mehrerer Völker mit einander. Diese Ver- schiedenheiten liegen nicht nur in äussern Umstanden, son- dern müssen auch, und vielleicht hauptsächlich, in innern an- geborncn Verhcältnissen gesucht werden, da man selbst bei verschiedenen äussern Bedingungen eine gleiche oder ent- sprechende Ausbildung der innern Sinne erkennt und umgekehrt. §. 48. Die Unterschiede der Völker in der Sprache sind bedeu- tend. ]Man kann daraus, so wie aus der Eigenthümlichkcit und Zahl der Sprachen, auf den Standpunkt der geistigen Kultur schliessen , welchen die Menschen eines Erdtheils einnehmen ; denn es steht die Verschiedenheit und die Zahl der Sprachen der zu einer Abtheilung gehörigen Völkerstämme in umge- kehrtem Verhältnisse mit der psychischen Entwickelung der- selben, sodass die Aehnlichkeit jener um so grösser ist, je höher die Civilisation dieser steht. Daher trifft man auf der Südsee und in Amerika eine ungemein grosse Menge von menschlichen Dialekten und Sprachen, welche meistens we- nig mit einander verwandt sein sollen, dagegen die der kauka- sischen Völker in ihrem grammatikalischen Baue viele Aehn- lichkeiten haben, wenn auch zuweilen nur wenige Wörter eine Uebereinstimmung mit einander darbieten. Es ist in Rücksicht auf die Verwandtschaft der Völker nicht unwichtig, dass manche Sprachen, wie die der Chinesen , Tibetaner, Birmanen, Cochinchinescn , Siamesen, Japaner und fast aller IS'ationen Hinterindiens, sich durch fast lauter einsylbige Wörter charak- terisiren, welche keine Endbeugungen haben, aber durch eine sehr verschiedene Art der Betonung verschiedene Bedeu- tungen ausdrücken ; dass ferner die indoeuropäischen Sprachen, die der Hindus, Perser, Griechen, Italiener, Spanier, Fran- zosen, Schweden, Dänen, Engländer, Deutschen und an- derer Nationen, wenigstens zweisylbigeWurzellaute besitzen; dagegen die semitischen Sprachen, die der Juden, Syrier,](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925653_0001_0058.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


