Volume 1
Lehrbuch der Physiologie des Menschen / von Friedrich Arnold.
- Date:
- 1836-1842
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Credit: Lehrbuch der Physiologie des Menschen / von Friedrich Arnold. Source: Wellcome Collection.
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![F/me zicinlich runde Schädclfonn, die inanclie (/)/. J. ]k>chcf) als eine vierte Urform ansehen und vorzüglich den amerikanischen Slammca eigen lialtcn , trifft man bei einigen Völkern, zu denen die Lappen gehören (S. Taf. 1 Fig. 2). —Das Profil des Kopfs ist mehr oder weniger konisch bei den Siamesen, geschoben vicr- eckigbei den Kalmücken, dreieckig bei denllottentotten, ziemlich vollkommen oval bei vielen kaukasischen Stammen. — Die Stirn ist zusammengedrückt und nieder bei den Oinaguas und andern amerikanischen Völkern; sie tritt zurück bei den Negern, springt vor bei den Europaern , ist erhaben bei den ägyptischen IMumien , breit und platt bei den IMongolen und Kaimucken. — Die Wangen sind stark vortretend bei denselben, noch bcdeu- lendcr bei den Hottentotten; sie sind wenig entwickelt bei vielen Europäern,besonders den altenGriechen. IniAllgcmcinen schei- nen die Bergbewohner mehr mit vorspringenden Wangen versehen als die Bewohner der Ebenen. Anmerkung. Bei mehrem Völkern herrscht die sonderbare Sitte, den Kopf zu kneten, zwischen Bretern zupressen, und ihn dadurch zu missstaltcn , gleich wie die Chinesen ihre Füsse entstellen, indem sie die Zehen nach unten binden. Jene Eigenheit soll in Amerika sehr allgemein gewesen sein und sie herrscht auch jetzt noch hei vielen Stämmen, wie bei den Indianern, welche dadurch eine last viereckige Schiidelforra erhalten (S.Taf. 1, Fig. 3.) und bei den Omaguas, deren Schädel sehr missgeformt ist; ferner trifft man sie bei den Japanesern, auf der Insel Nicobar und Sumatra. §. 53. Die natürliche Bekleidung des Kopfs und die weichen Theile desselben, als die Lage und Richtung der Ohren, Auf^en , der Nase, die Form des Munds und Kinns sind bei der Charakteristik der einzelnen Mcnschenstämme wegen der grossen Mannigfaltigkeit sehr zu berücksichtigen. Sie be- stimmen mehr oder w eniger die gesammte Kopfform und die Physiognomie des ]Menschen. —Berücksichtigung verdienen in dieser Hinsicht folgende allgemeine Bemerkungen: Die Haare der Polar-VÖlker sind im Durchschnitt gerade und lang, die der Tropen-Bewohner kurz und kraus ; jedoch haben auch Euro- päer öfters ganz krauses, kurzes, dagegen Neger schlichtes llnAV [ Bliuncnbacli, Soeminciring). Die Färbungen der Haare](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925653_0001_0063.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


