Erfahrungen über Cholecystektomie und cholecystenterostomie nach 286 Gallenstein-Laparotomien : Zugleich ein Beitrag zur normalen und pathologischen Anatomie der Gallenwege mit einem vollständigen Verzeichnis der literatur seit Langesbuch 1897 / von A. von Bardeleben.
- Bardeleben, A. von.
- Date:
- 1906
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Credit: Erfahrungen über Cholecystektomie und cholecystenterostomie nach 286 Gallenstein-Laparotomien : Zugleich ein Beitrag zur normalen und pathologischen Anatomie der Gallenwege mit einem vollständigen Verzeichnis der literatur seit Langesbuch 1897 / von A. von Bardeleben. Source: Wellcome Collection.
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![— {) — der hier in Betracht kommenden Komponenten, dem Dnodenum nnd der Leber, können ebenfalls diese Tragweite liaben. Festznstehen scheint, daß die Galle als Pi'odid<t der charakteristi- schen Gallenstoffe in den Zellen der Leber, denen das Blut nur gewisser- maßen das Material zuführt, durch inspiratoiische Kompression der Leber gegen die Unterleibsorgane, auf denen sie ruht, kontinuiei-Iich abgeson- dert wird. Wie stark diese Kompression ist, läßt sich bei jeder ergiebigen Ex- spiration feststellen, da es nicht gelingt, die Gallenblase während derselben festzuhalten, sie entweicht vielmehr den Fingern, was als Differential- Diagnostikum im Gegensatz zur rechtsseitigen Wanderniere wohl zu ver- werten ist. Die Gallenblase nimmt die Galle auf und entleert dieselbe zu fast bestimmten Zeiten, also periodisch. Die zwiefache Leistung, einerseits in ihrem Verhältnis zu der in sie tlieJsenden Galle, als aufnehmendes Hohlorgan, andererseits ihre Fähigkeit, sich fast bis zur völligen Ab- Hachung ihrer Höhle zusammenzuziehen, erfordert die Existenz kon- traktiler Elemente, welche als Muskelschicht einen erheblichen Bestandteil ihrer Wandung normalerweise bilden. Wir unterscheiden an der Gallenblase den birnförmigen Fundus, welcher in vivo gewöhnUch nur wenig oder fast gar nicht den voi'dern Leberrand überragt, den „Körper und den gewöhnlich nahe der Leber- pforte mehrfach geknickten „Hals, welcher in den Ductus cysticus übergeht. Die typische Form der Gallenblase ist abhängig von der durch die Fixation bedingten, fast regelmäßigen Ausdehnungsfähigkeit ihi-er Wan- dung. Bei starker Ausdehnung rundet sich der Scheitel kuppelartig ab, ohne daß am Hals eine weitere Ausbuchtung entsteht, eine solche, das sogenannte bassinet, ist schon als pathologische Erweiterung zu betrachten. An der gefüllten und ausgedehnten Gallenblase ist das Peritoneum glatt und gespannt, läßt sich aber mit zwei Fingern immer noch iso- lieren, an der entleerten legt sich das Peritoneum in Längsfalten und ist gerunzelt. Nur der freie Teil der (jlallenblase kann Peritonealüberzug haben, doch auch dieser kann fehlen (Langenbucii), es besteht dann eine Art Mesenteriolon, mit welchem die Gallenblase der Leber anhängt. Breuer (s. Lit. A) fand an 100 Leichen fünfmal die Gallenblase an solch ein freies Mesenterium befestigt. Normalerweise ist die Gallen- blase fast zu einem Viertel ihrer Oberfläche durch lockeres Bindegewebe an der Leberfläche befestigt, nur die untere und hintere Fläche ist von Bauchfell bedeckt. Bei p]ntzündungen ändert sich dieses Verhältnis wesentlich, die peritoneale Obei'Häche wird größer, das lockere Binde- gewebe schwindet fast vollständig und macht festen Verwachsungen Platz.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2151902x_0013.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)