Erfahrungen über Cholecystektomie und cholecystenterostomie nach 286 Gallenstein-Laparotomien : Zugleich ein Beitrag zur normalen und pathologischen Anatomie der Gallenwege mit einem vollständigen Verzeichnis der literatur seit Langesbuch 1897 / von A. von Bardeleben.
- Bardeleben, A. von.
- Date:
- 1906
Licence: In copyright
Credit: Erfahrungen über Cholecystektomie und cholecystenterostomie nach 286 Gallenstein-Laparotomien : Zugleich ein Beitrag zur normalen und pathologischen Anatomie der Gallenwege mit einem vollständigen Verzeichnis der literatur seit Langesbuch 1897 / von A. von Bardeleben. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The University of Leeds Library. The original may be consulted at The University of Leeds Library.
25/140 page 21
![Sie bleiben Jalir inul Tag dai'iii; dabei ist zu bemerken, daß die Galle ein guter (niolit idealer) Nälirboden für gewisse Bazillen (Typhus-, Streptokokkus), für andere ein schlecliter Nährboden ist (Staphylococcus albus). 4. Was führt zur Bildung von Konkrementen in der Grallenblase? Nicht Störung der Galle, chemische und thermische Reize oder Vorhandensein eines sterilen Fremdkörpers an und für sich. Bei infizierter Galle kounnt es dagegen unter gleichzeitige)- Ein- führung von sterilen Fremdkörperu zu Inkrustationen, oder selbst zu Steinbildung. Fundamental richtig für künstliche Ei'zeugung von Gallensteinen ist einmal die biliöse Infektion und der konsekutive chronische Katan-li der (iiillenwege, dann aber die Vei-liinderung der Möglichkeit, daß etwa vorhandene Uraniagen der spcäteren Steine durch die Kontraktionen der (lallenblase nach dem Darm abgestoßen werden. Diese Erklärungen über die erste Entstehung von Gallensteinen bestätigen voll und ganz die von Naunyn aufgestellte Theorie. Sie er- geben für den Operateur am Gallensystem die Mahnung, daß man es bei der Eröffnung einer mit Gallensteinen erfüllten Blase wohl stets mit infizierter Galle zu tun hat. — Daß keine der über die Entstehung von Gallensteinen aufgestellte Tlieorie so viele Beweisgründe für sich hat, wie die Infektionstheorie, hat Italia ') experimentell festgestellt. Zur Bildung von Steinkonki'ementen hält er dabei die Gallenstauung in der Gallenblase nicht für notwendig. Bacterium coli und EßERTsche Bazillen hält er für Steinbildnng be- wirkende Elemente und zwar weil sie die Galle bedeutend acidifizieren, infolgedessen schlagen sich die zur Steinbildung notwendigen Substanzen in Form von Körnchen nieder, der Gallenblasenschleim wird diese Körn- chen miteinander verkitten und so den Stein zustande bringen. (Ähnlich Ebstein). Der pyogene Streptococcus und Staphylococcus aureus können nur selten die Ursache von Gallensteinbildung sein und dann müssen die Steine nur aus Kalksalzen bestehen, da sie Cholesterin nicht nieder- zuschlagen vermögen. Vei'mischt sich Bactei'ium coli commune mit Strepto- kokken und Staphylokokken, so entfaltet sich seine biochemische Wirkung in der Galle rascher; die Steine werden Mischsteine sein (aus Cholestearin, Kalksaizcn und Gallenpigmenten bestehen). Impft man [nach GR:ßARD2)] eine mit Cholestearin gesättigte Lösung von gallensauren Salzen mit Bacterium coli, so tritt infolge Zersetzung der gallensanren Salze Ausfällung des Cholesterins ein: Dies zeigt die Holle der Lösungsmittel des Cholesterins als auch die der Infektion für das Zustandekommen von Cholesterinsteinen. 1 j i I AI.IA, H. iiit. A. 2) (lüKAiM), s. liit. A.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2151902x_0025.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


