Erfahrungen über Cholecystektomie und cholecystenterostomie nach 286 Gallenstein-Laparotomien : Zugleich ein Beitrag zur normalen und pathologischen Anatomie der Gallenwege mit einem vollständigen Verzeichnis der literatur seit Langesbuch 1897 / von A. von Bardeleben.
- Bardeleben, A. von.
- Date:
- 1906
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Credit: Erfahrungen über Cholecystektomie und cholecystenterostomie nach 286 Gallenstein-Laparotomien : Zugleich ein Beitrag zur normalen und pathologischen Anatomie der Gallenwege mit einem vollständigen Verzeichnis der literatur seit Langesbuch 1897 / von A. von Bardeleben. Source: Wellcome Collection.
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![2!) — Tunica jjropria mit Zyliiulei-cpitlie]. Daß in den Wan(liinf,'on ebenfalls Schleim- und (Jallengangdrüsen sicii l)etin(ien, darf nicht vergessen werden. In den mir zu (icbote stehenden anatomischen und physiologischen, auch den pathologisch-anatomischen Lehi-büchern finde ich über die nor- male (ebensowenig über anormale) Meciianik dei' Gegend des Sphinkter, am Ausgange des Choledochus, über ihre Beziehung zur P'üllung resp. Entlastung (oder Entleerung) der Gallenblase so wenig, daß ich mit Freuden der Worte Leichtensterns') mich bediene, welche mir selbst zur Auf- klärung dienten: Die Portio duodenalis des Choledochus spielt sowohl physiologisch als pathologisch und insbesondere bei der Cholelithiasis eine wichtige Rolle; da diese bisher von den Pathologen und Klinikern nahezu gänzlich übersehen wurde, sei in Kürze hierauf eingegangen, um so mehr, als diese Rolle auch in therapeutischer Hinsicht nicht belanglos ist. In zahl- reichen Sektionen von chronischem Gallensteinikterus fand ich einen und denselben Befund stets wiederkehren, nämlich den Choledochus und die Hepatici hochgradig erweitert, dagegen das duodenale Endstück des Chole- dochus, das Diverticulum Vateri''') normal weit, nicht im geringsten dik- tiert. Im Choledochus lagen Steine oder Steinfragmente oft in großer Zahl, welche im erweiterten Lumen des Kanals bequem Platz hatten. Sie konnten nur in dem Falle, daß sie gerade der Portio duodenalis auflagen, zeitweise den Gallenabfluß kugelventilartig hemmen. Man nimmt an, daß solche Steine nicht durch das duodenale Endstück hindurch- gegangen seien, weil dieses an sich enger sei als der übrige Choledochus. Das ist uni-iclitig. Dagegen existiert hier in der ganzen Länge des Vater sehen Diverticulums ein kräftiger Schließmuskel^), eine mit der Muscularis duodeni in unmittelbarem Zusammenhang stehende, zirkulär und schleifenartig angeordnete Sphinktermuskulatur. Diese ist es, welche, im Gegensatz zu dei' schwachen Muskulatur des Choledochus, der Aus- dehnung des duodenalen Endstückes einen gewaltigen Widerstand entgegen- setzt, einen größeren, als er irgendwo sonst im Gallengangsystem existiei-t. Hier, unmittelbar oberhalb des Vater sehen Ganges und beim endlichen Eintreten des Steines in denselben spielen sich sehr viele Einklemmungen und Festlegungen des wandernden Steines ab. Der mechanische Reiz des andrängenden Steines ruft lebhafte Sphinkterkontraktionen hervor, die dem Eintreten des Steines in die Ampulle und seinem Durchtritt durch dieselbe die größten Schwierigkeiten bereiten. Daraus entwickelt sich eine schon makroskopisch, wie mikroskopisch nachweisbare evidente Si)hinkterhypertrophie. 1) 0. LErCHTRNHTEBN, Bohaniliuiig ilor Erkrankung dor Gallenwogo, S. 819. 2) Kann nach Bkrokr und Vatur ausnalinisweiso folilen. ii) IjUHCHKA, l'ragor ViertoljalirsHc.lir., Hd. CV, S. 80, bostroitot ciies im (xogon- satz zu IIknlk.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2151902x_0033.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)