Erfahrungen über Cholecystektomie und cholecystenterostomie nach 286 Gallenstein-Laparotomien : Zugleich ein Beitrag zur normalen und pathologischen Anatomie der Gallenwege mit einem vollständigen Verzeichnis der literatur seit Langesbuch 1897 / von A. von Bardeleben.
- Bardeleben, A. von.
- Date:
- 1906
Licence: In copyright
Credit: Erfahrungen über Cholecystektomie und cholecystenterostomie nach 286 Gallenstein-Laparotomien : Zugleich ein Beitrag zur normalen und pathologischen Anatomie der Gallenwege mit einem vollständigen Verzeichnis der literatur seit Langesbuch 1897 / von A. von Bardeleben. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The University of Leeds Library. The original may be consulted at The University of Leeds Library.
44/140 (page 40)
![Und daß eine kranke Gallenblasenschleimhaut sicher wiederum Konkremente bilden wird, scheint mir unumstößlich; denn daß nur einmal im Leben eine solche Gallensteindiathese auftreten sollte, ist mir zum mindesten problematisch und habe ich von vornherein in das Gebiet der Hypothese verweisen zu müssen geglaubt. Ich wüßte auch heute noch nicht, wie wir pathologisch-anatomisch oder physiologisch dafür eine Er- klärung konstruieren könnten. Im Gegenteil, die um einen zur Naht benutzten Seidenfaden angesetzten Konkremente, wie es KehrI) schildert, beweisen ja, daß diese Behauptung absolut falsch ist; auch vollständig ausgebildete Gallensteine sind nachträglich gefunden worden. Zur Technik der Cholecystektomie möchte ich nur einiges konkret hervorheben; ich nehme einen sogenannten glatten Fall ohne jede Komplikationen an, z. B. eine ca. 35jährige Lehrerin, die ab und zu Schmerzen in der rechten Seite hat, dauernd aber „mit dem Magen zu tun hatte, in letzter Zeit aber magerer geworden ist. Sie entschließt sich auf mein Zureden zur Laparotomie, es kann ohne jede Kompli- kation die Ektomie gemacht werden, die Gallenblase enthält 11 wohl abgeschrägte Steine, an den Stellen, die zuletzt aneinandergelegen haben, sind sie dunkler und glänzend, im übrigen alle Seiten mit patinaähn- lichem Überzug versehen. Jeder Operateur wird dabei die einzelnen Phasen der Operation verschieden machen, ich meine auch, man darf und soll nicht in dieser Beziehung mit Vorschriften kleinlichster Art kommen und allzu pedan- tisch werden, jeder Operateur muß das so machen, wie es ihm bequem ist und woran er und seine Assistenten gewöhnt sind, dann wird es auch am schnellsten gehen und somit für den Patienten von größtem Nutzen sein. Es führen viele Wege nach Rom! — Ich möchte deshalb auch auf eine besondere Schnittführung und auf besondere Instrumente keinen Wert legen, wozu können wir — faut de mieux — nicht allein unsere CooPERsche Schere benutzen, z. B. als Elevatorium, Kornzange, Sonde, Troikart usw. Jeder soll das eben so machen, wie er als chirurgisch Ausgebildeter glaubt, es am bequemsten zu haben und am besten „heran- kommen zu können. Ich habe sowohl den Wellenschnitt nach Kehr, wie den para- rektalen Schnitt (Lawson Tait), sowie durch den Rektus den Median- schnitt ausgeführt. Den Medianschnitt in letzter Zeit zufällig öfter, er hat den Vorzug, daß. wenn man die Rektusscheide oder den Muskel selber einkerbt, er ausreichend Überblick gewährt und auch eventuell zu j einer Gastroenterostomie bequemer ist, die Naht nachher leichter geht, dann aber auch, weil man, wenn keine weiteren Komplikationen vorliegen, ]) Kehr, Über Rezidive. Berliner Klinik 1900, Heft 148.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2151902x_0044.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)