Erfahrungen über Cholecystektomie und cholecystenterostomie nach 286 Gallenstein-Laparotomien : Zugleich ein Beitrag zur normalen und pathologischen Anatomie der Gallenwege mit einem vollständigen Verzeichnis der literatur seit Langesbuch 1897 / von A. von Bardeleben.
- Bardeleben, A. von.
- Date:
- 1906
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Credit: Erfahrungen über Cholecystektomie und cholecystenterostomie nach 286 Gallenstein-Laparotomien : Zugleich ein Beitrag zur normalen und pathologischen Anatomie der Gallenwege mit einem vollständigen Verzeichnis der literatur seit Langesbuch 1897 / von A. von Bardeleben. Source: Wellcome Collection.
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![(die ja bequem zu fassen ist) lang genug erscheint, um ohne Spannung anzuliegen, zur Fistelbildung benutzt wurde. Ich vermeide dal)ei die fortlaufende Naht, weil sie meiner Meinung nach leicht zu Stenosen führen kann und lege nur zwei Reihen Knopfnälite. Die Bauchnaht mache ich wie bei der Ektomie, aber ohne Docht, also keine Drainage. Im übrigen gilt das, was ich oben speziell über die Nachbehandlung sagte. Die Patienten vertragen gewöhnlich bald alles. Die Färbung des Stuhles tritt meist erst bei der zweiten Stuhlentleerung ein. Der Infektionsgrad der Galle erfordert dann manchmal Opium. Die Cholecystenterostomie ist in allen den Fällen zu empfehlen, wenn eine bestehende Cholämie möglichste Abkürzung der Oi)eration (wenn nicht die noch schneller auszuführende Cholecystostomie) verlangt, sie kann fast ganz unter Lokalanästhesie ausgeführt werden. Da man also die Infektion des Darms nicht mehr befürchtet, ist auch das Zurücklassen von Steinen im Ductus choledochus schließlich auch nicht so gefährlich, zumal die Internen (Naunyn, Düsseldorf 1898) über so große Steine im Choledochus berichten, Fälle, bei w'elchen darauf zu beziehende Beschwerden überhaupt nicht vorhanden waren. Danach halte ich mich für berechtigt, die Cholecystenterostomie bei eintretenden schweren Hindernissen in der operativen Ausführung^ der Choledochotomie, indem ich es für unmöglich halte, daß hierbei längere „Rezidive-Beschwerden des oder der Gallensteine auftreten, ganz allgemein zu empfehlen, ohne daß ich den Wert der anderen Operation irgend wie in Zweifel ziehen will. Die Cholecystenterostomie wird stets das „Krampfstück, dessen Existenz zwar Langenbuch und Nasse geleugnet, am Sphincter duodeni ausgeschaltet, das war es, was damals gegen die Ektomie vorgebracht wurdeI Handelt es sich um Krebs an der Vater sehen Papille, so wird er lithogenen Ursprungs sein, ebenso wie es der Gallenblasenkrebs (über welchen die Veröffentlichungen erschreckend sich vermelu-en [s. Lit. B]) wohl immer ist. Haben wir es mit Krebs zu tun, so fehlt selten die Anschwellung der Jugullardrüse (Virchow) an der clavicularen Portion des Sternocleidomastoideus. Ist bei einer Cholecystenterostomie (die eigentlich eine Choledochotomie werden sollte) ein Gallenstein wirklich sitzen geblieben, so kann er seine deletäre Wirkung nicht weiter aus- üben, da das „Agens in der Stärke das Gallenstroms fehlt. Auch die neben dem Choledochus im Lig. hepatogastricum liegenden Lymph- drüsen schwellen an und damit wird ein zurückgelassener Stein, da der Reizzustand schwindet, sich nur als stiller Beschauer in einer Nische finden. Dagegen kann, wie wir wissen, ein gereizter Choledochus zu](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b2151902x_0054.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)