Nervenzellen und Nervenfasern : Rede zur Eröffnung der fünften Versammlung der anatomischen Gesellschaft zu München 1891 / von Albert v. Kölliker.
- Kölliker, Albert von, 1817-1905.
- Date:
- [1892]
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Credit: Nervenzellen und Nervenfasern : Rede zur Eröffnung der fünften Versammlung der anatomischen Gesellschaft zu München 1891 / von Albert v. Kölliker. Source: Wellcome Collection.
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![Hierzu kommt mm, dass in hundert und hundert Präparaten, die ganz vorzllgliche Färbungen der feimsten ncrvö.sen Elemente und keine Spur von Niederschlägen ergaben, von Kamön y Cajal und mir im Mark und Gebirn freie Enden von Nervenfasern und deren Collateralen immer in der nämlichen Form beobachtet worden sind, so dass es nicht wohl angeht, auch in diesen Fällen von negativen Ergebnissen zu reden. Die weitere Frage ist nun die, wie gestalten sich unter diesen Verhältnissen die Uebertragungen der aufeinander wirken- den Teile. Hier ergeben sich zwei Möglichkeiten. Entweder wirken Fasern auf Zellen und Zellen auf Fasern, oder es übertragen sich zweitens die Erregungen mit Ausschluss der Zellen direkt von Fasern auf Fasern. Diese letztere An- nahme wird bekanntlich von Nansen verteidigt, der die Fibrillen- getlechte ausschließlich als übertragende Zentren selbst für die psy- chischen Vorgänge auffasst, die Zellen dagegen nur als Er nähr ungs- zentren ansieht und ihnen jede Bedeutung für die nervösen Vor- gänge abspricht. Ein Reflexbogen besteht nach Nansen aus einer zentripetal leitenden sensitiven Faser, aus dem zentralen Fibrillengeflecht als übertragendem Zentrum und aus einer zentrifugal leitenden Nervenfaser (Jen. Zeit- schrift, Bd. 21, S. 319, Taf. XIX, Fig. 19 [im Texte fälschlich als 18 bezeichnet] und Bergen’s Museum Aarsberetning for 1886, p. 164 fg., Fig. 113). Zu dieser eigentümlichen Ansicht und seinem auffallenden Schema, in dem namentlich die Fasern 1 u. 2 ganz willkürlich ein- gezeichnet sind, scheint Nansen durch gewisse Verhältnisse der Wirbellosen, die noch berührt werden sollen, veranlasst worden zu sein. Fasst mau dagegen alles, was in unseren Tagen über die feinere Anatomie des Nervensystems bekannt geworden ist, ins Auge, so ergibt sich unzweifelhaft, dass die Zellen bei den Funktionen des Nervensystems die Hauptrolle spielen. Vor allem ist hier an die Nervenfasern der willkürlichen Muskeln zu denken, die als unmittelbare Fortsetzungen der nervösen Fortsätze gewisser zentralen Zellen erscheinen und mit dem zentralen Fasergeflechte der grauen Substanz keinerlei beständige und ausgedehntere Verbindungen eingeheu. Denn wenn auch Golgi und Raraön an diesen nervösen Fortsätzen in gewissen Fällen Seitenästchen gesehen haben, so sind dieselben doch zu unbeständig und zu spärlich, um beim Zu- standekommen der willkürlichen Bewegungen eine Rolle zu spielen. Dasselbe gilt von den motorischen Fasern der unwillkürlichen Muskeln, bei denen (Herz, Darm) andere Einwirkungen als die von Zellen ganz undenkbar sind. Des weiteren sind von sensiblen Leitungen alle diejenigen voll gegen Nansen beweisend, die mit zelligen Elementen be- ginnen, wie im Geruchs- und Sehorgan. Die Olfactoriusfibrillen, die](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22396597_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)