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Credit: Die Augenärtztlichen Operationen. Source: Wellcome Collection.
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![hinteren Rand so weit, bis man eine Naht einlegen kann. Es sollen fünf solcher Nähte gelegt werden, eine in der Mitte, je zwei in der oberen und unteren Hälfte. Wie also die beiden oben begonnenen Schnitte die halbe Lederhautdicke erreicht haben und jeder etwa 5mm lang ist, legt man die erste horizontale Naht an. Man nimmt dazu feinste Seide und armiert die Fäden doppelt. Man sticht dann von der Wundfurche aus durch die peripheren Skleralränder. Das Mittelstück des Fadens zieht man sehlingen- förmig heraus. Nun schneidet man den vorderen und hinteren Rand weiter, setzt die zweite Naht und fährt so fort, bis das ganze Stück auf halbe Tiefe Umschnitten ist und alle fünf Nähte gesetzt sind. Hierauf kommt der schwierigste Teil dieser technisch höchst reiz- vollen Operation. In der Nähe des oberen Endes schneidet man vorsichtig die Sklera in der hinteren Wundlinie an einem Punkte durch, bis man die dunkle Uvea sieht, und verlängert diesen Einschnitt nun weiter mit einer sehr feinen, an den Enden stumpf abgeschliffenen Schere. Alles das muß ohne Verletzung der sich aus der an Größe zunehmenden Wunde mehr und mehr vordrängenden Aderhaut geschehen. Man schneidet also von dem Einschnitte mit der Schere bis zur oberen und von dort zur unteren Spitze herab, bis der Lappen an seinem hinteren Rande völlig abgetrennt ist. Währenddessen muß der Gehilfe, auf dessen Umsicht und Flinkheit hier viel ankommt, die Fadenschlinge mit einem stumpfen Häkchen lüften und die Fäden dabei so lenken, daß sie durch die Scherenschläge nicht gefährdet werden. [Der umschnittene, aber nur in seiner hinteren Begrenzung ganz ab- getrennte Skierallappen wird nun zwischen die Sklera und Aderhaut nach hinten eingeschoben, so daß cineDuplikatur gebildet wird, indem nacheinander sorgfältig die Fäden (von oben nach unten) angezogen und geknüpft werden. Sobald die Aderhaut sich vordrängt, wird sie nahe dem unteren Rande der Lederhautwunde mit dem Graefemesser punktiert. Drängt sich die Aderhaut trotzdem vor, so wird sie mit einer Spatel vorsichtig zurückgeschoben. Ursprünglich hat Müller den umgrenzten Sklerallappen total rese- ziert, aber das Verfahren dann, da es sehr schwierig ist, in der eben an- gegebenen Weise modifiziert. Will man den Sklerallappen resezieren, so ist es vorteilhaft, die Durchtrennung beider Lappenränder sukzessive von oben her vorzunehmen und nach Aderhautpunktion die entsprechenden Fäden zuzuziehen, damit nicht bei völliger Resektion des Lappens die Aderhaut in großer Ausdeh- nung vorliegt und bersten kann.] Nun wird die Operation rasch beendet. Man vereinigt den durch- trennten Muskel mit den in ihn eingelegten Fäden sorgfältig, am besten noch durch eine mittlere, die Scheide vereinigende dritte Naht. Sodann](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21649637_0_0727.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)