Die Pupillarbewegung in physiologischer und pathologischer Beziehung / von J. Leeser ; mit einem vorwort von Alfred Graefe.
- Jacob Leeser
- Date:
- 1881
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Credit: Die Pupillarbewegung in physiologischer und pathologischer Beziehung / von J. Leeser ; mit einem vorwort von Alfred Graefe. Source: Wellcome Collection.
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![Der Hauptpunkt, um den es sich hierbei handelt, und der uns bei der Frage der Irisbewegung vorzugsweise interessirt, ist der der Existenz resp. Nichtexistenz eines der Erweiterung der Pupille vorstehenden Muskels, des sogenannten Dilatator pu- pillae. Möge es gestattet sein, durch einen kurzen Ueberbliek über die Geschichte des Dilatator — welche zugleich den besten Beleg für die Schwierigkeiten abgibt, welche trotz der ausgezeich- netsten technischen Hülfsmittel die Erforschung der Natur bietet — unseren Standpunkt zu dieser Frage zu motiviren, da uns eigene Untersuchungen nicht zu Gebote stehen. Während man längst die alte Ansicht, dass die Iris ein erek- tiles Organ sei, aufgegeben und allgemein in dem Sphincter pupillae einen glatten Muskel erkannt hatte — der beiläufig nach He nie (Handbuch der systemat. Anatomie des Menschen, 2. Aufl. 1872, Bd. 2, p. 662) „eine 0,15 mm. mächtige, aber auf die innere Zone der Iris beschränkte Aind daher nur etwa 1 mm. breite Lage platter, durch feine Bindegewebszüge abgetheilter Muskelbündel darstellt —, nahm man nur auf Grund physiologischer Thatsachen einen An- tagonisten dieses Muskels, einen Dilatator pupillae an; gesehen hatte ihn jedoch noch Niemand, weder in der Iris des Menschen, noch in der der Thierc. Die ersten , allerdings kurzen Angaben über einen als Dilatator anzusprechenden Muskel finden sich bei Va- lentin (Reporter, für Anatomie und Physiologie 1837, IL p. 247 u. 248), der bei der mikroskopischen Untersuchung der Iris lon- gitudinale Fasern gefunden haben will, welche in den Sphincter übergehen. Brücke (Beschreibung des menschUchen Augapfels 1847) war der Meinung, dass die Muskelfasern durch die ganze Dicke der Iris von vorn und unten nach hinten und oben verhefen. Der Erste, welcher sich für die Existenz eines Dilatator pupillae als selbstständigen Muskel aussprach, war Koelliker (Zeitschr. für wissensch. Zoologie 1. Bd. 1849, p. 54). Nach diesem Forscher beginnt der Dilatator in der Substanz der Iris am Ciliarrande und besteht „aus vielen schmalen Bündeln, die, weit entfernt, eine zu- sammenhängende Haut zu bilden, jedes für sich zwischen den Ge- lassen nach innen verlaufen und endlich an den Rand des Sphinc- ter sich inseriren. Anastomosen dieser ]>ündel fand Koelliker weder im Kaninchen-, noch im Menschenauge. Budge (Ueber](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21636989_0008.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


