Die asiatische Cholera-Epidemie im Herzogthum Holstein in dem Jahre 1850 : nebst einem Rückblick auf ihr früheres Auftreten daselbst in den Jahren 1831, 1832 und 1848, nach den bei dem Schleswig-Holstein'schen Sanitäts-Collegio eingegangen ärztlichen Berichten dargestellt / von C.H. Pfaff.
- Christian Heinrich Pfaff
- Date:
- 1851
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Credit: Die asiatische Cholera-Epidemie im Herzogthum Holstein in dem Jahre 1850 : nebst einem Rückblick auf ihr früheres Auftreten daselbst in den Jahren 1831, 1832 und 1848, nach den bei dem Schleswig-Holstein'schen Sanitäts-Collegio eingegangen ärztlichen Berichten dargestellt / von C.H. Pfaff. Source: Wellcome Collection.
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![dieser Krankheit ist das Gehirn gerade anfangs frei und wird erst erheblich afficirt, wenn die Harnsecretion schon längst wieder im Gange ist. Dem Ilrn. Dr. Mahr scheint auch diese Krankheit ausgezeichnet durch die langsame Genesung, die lange nachblei- bende Zerrüttung der Constitution und die Neigung zu Rückfällen, die ihm grösser zu sein]scheint als bei irgend einer andern Krank- heit, selbst Wechselfieber nicht ausgenommen (??). Endlich lieht derselbe noch als etwas sehr Auffallendes hervor, dass, sobald der stercoröse Geruch aufhört, ein cadaveröser Geruch in den Ausleerungen an die Stelle tritt; unverkennbar am Morgen, wenn die Nacht über das Zimmer verschlossen war. Seien es ausge- schiedene Bluthestandtheile, sei es Epithelium: beide wurden aber auch sonst ausgeschieden. Hier aber findet jedenfalls eine Verände- rung und Zersetzung statt, wie sonst in keinem andern Krankheits- process (?). In Rücksicht auf das Räthselhafte in dem Auftreten der Cholera hier in Kiel und ihre weitere Verbreitung daselbst ver- glichen mit sehr verschiedenen epidemischen Krankheiten, die hier von Zeit zu Zeit geherrscht haben, bemerkt Hr. Dr. Mahr, dass die Cholera hier ausgebrochen sei, ohne dass irgend ein Fall in der Umgegend gewesen; dass ferner seit 18 Jahren ein tausend- facher Verkehr mit inficirten Ortschaften Statt gefunden, ohne dass die Krankheit hier einen fruchtbaren Boden fand. Er glaubt daher, dass nur ein begünstigender Umstand eingetreten sei, den er in einem Miasma sucht, dessen Quelle die an die neue Strasse gränzende sumpfige Wiese gewesen sei, wofür die vorbereitenden leichteren Fälle in der neuen Strasse sprechen sollen, dann der gleichzeitige Ausbruch der ganz entwickelten Krankheit in ver- schiedenen Häusern derselben Strasse; dass die hier einmal ein- gebürgerte Krankheit ein deutliches Contagium entwickelt, ist, ihm zufolge, aus manchen Beispielen nachzuweisen, namentlich aus dem Uebergange auf die Ehehälfte, wenn die eine, sobald die andere nicht mehr ihrer Nachtwache bedurfte, wieder das Lager mit der andern theilte, die dann nach einer ruhigen Nacht am folgenden Morgen mit doppelter Heftigkeit erkrankte; so auch aus dem Uebergange der Krankheit von Geschwistern auf ein- ander, wie namentlich bei 3 in einer Familie bald nach ein- ander und sonst keinem andern im Hause. Wenn auch die eigentliche Disposition in ihrer Einheit](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22327526_0044.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)