Die asiatische Cholera-Epidemie im Herzogthum Holstein in dem Jahre 1850 : nebst einem Rückblick auf ihr früheres Auftreten daselbst in den Jahren 1831, 1832 und 1848, nach den bei dem Schleswig-Holstein'schen Sanitäts-Collegio eingegangen ärztlichen Berichten dargestellt / von C.H. Pfaff.
- Christian Heinrich Pfaff
- Date:
- 1851
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Credit: Die asiatische Cholera-Epidemie im Herzogthum Holstein in dem Jahre 1850 : nebst einem Rückblick auf ihr früheres Auftreten daselbst in den Jahren 1831, 1832 und 1848, nach den bei dem Schleswig-Holstein'schen Sanitäts-Collegio eingegangen ärztlichen Berichten dargestellt / von C.H. Pfaff. Source: Wellcome Collection.
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![Nervensystems zur Folge hat, dann bei einer gewissen Intensität vorzüglich das pneumo - gastrische Nervensystem erreicht. Einer ganz anderen Ansicht huldigen diejenigen Aerzte, welche die nächste Ursache und damit das Wesen der Krankheit in einer specifischen Reizung des Ganglien - Systems des Unterleibes und insbesondere des Sonnengeflechtes suchen. Ich Lheile in dieser Hinsicht die Meinung des Hm. Prof. Stromeyer mit, als eines höchst einsichtsvollen Repräsentanten derselben. S. 51 leugnet er nehmlich entschieden das materielle Vorhandensein des Chole- ragiftes in den Säften des Körpers, und nimmt dagegen an, dass die für einige Zeit (sicher länger als 5 Tage) andauernde Reizung des Ganglien - Systems den Symptomen der Cholera zum Grunde : liege; man könne dieselbe daher einzig und allein als Bestrebungen der Natur, eine Gegenreizung und Ableitung in andern Organen her- vorzubringen, wodurch die Harmonie der Nerventhäligkeit im gan- zen Körper wieder hergestellt wird, betrachten. — Zur Unter- stützung dieser Meinung führt er Seite 54 an, dass ohne Vor- boten die Krankheit wohl selten eintrete und ihr Ausbruch durch Gelegenheitsursachen, welche nachtheilig auf das Ganglien-System des Unterleibes wirken, veranlasst werde. Vortrefflich entwickelt er nun den pathologischen Zusammenhang der Erscheinungen. lEr erklärt Seite 64 auch die] Krämpfe, da sie auch bei den t blossen Vorläufern schon eintreten sollen, nicht als ein ganz cha- rakteristisches Symptom. Ich pflichte, so räthselhaft auch Man- cches dabei noch bleibt, dieser zweiten Ansicht bei. Die asiat. i Cholera ist vorherrschend eine Krankheit des ganzen Darmcanals, Iden Magen mit eingeschlossen. Beinahe in den meisten Fällen .»ehen, nach Uebereinstimmung der von uns mitgetlieilten Berichte, liem heftigen, dann so oft tödtlichen Anfalle, Vorläufer voran, die in gestörter Verrichtung des Darmcanals bestehen, Präcordial- druck, Kollern im Leibe, besonders aber Diarrhoe; hier ist aber von einer eigentlichen Alteration des Blutes noch keine Spur zu bemerken. Die den heftigen Ausbruch (veranlassenden Ursachen wirken auch vorherrschend auf diese Organe, insbesondere grö- ßere Diätfehler. Wie geistreich die Ansicht eines mir befreunde- en Arztes ist’, dass man das eigentliche Wesen der Cholera in iner Alteration des Blutes durch ein Cholera-Gift oder irgend in Miasma zu suchen habe, die analog der Gerinnung der Milch](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22327526_0075.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)