Licence: In copyright
Credit: Ergebnisse der Physiologie / herausgegeben von L. Asher und K. Spiro. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by UCL Library Services. The original may be consulted at UCL (University College London)
62/966 page 40
No text description is available for this image
No text description is available for this image
No text description is available for this image![verwandter Vorgang sei. Dafür sprechen in der That mehrere Unistände, die im Hinblick auf widersprechende Meinungen (vergl Schenck [97, S. 258]) kurz angeführt seien: Dem körnigen Zerfall geht z. B. bei Aktinosphaerium eine typische Kontraktion an demselben Körperpol voraus (Kühne [64, S. 56 ff.], Verworn [89b]); ebenso zeigt die Entwickelung des körnigen Zerfalls bei der Nekrobiose, dass dieser nur eine Fortsetzung derjenigen Ver- änderungen der protoplasmatischen Grundmasse ist, welche in übereinstim- mender Weise die dissimilatorisch erregte und die nekrobiotische Substanz darbieten, nämlich der Ausbildung der Wabenstruktur und des hierdurch bedingten Zersprengungsprozesses der so veränderten Masse (vergl. Verworn [96b]). Ferner gehören die Erscheinungen, welche Kühne (vergl. S. 19u. 21) bei Reizung von Amöben durch einzelne Induktionsschläge beobachtete, auch zu denjenigen des körnigen Zerfalls; hier aber kann wohl niemand an dem Vorhandensein einer kontraktorischen Erregungswirkung zweifeln'). 3. Die Energieverwandlungen bei der Protoplasmabewegung. An a. 0. habe ich versucht, einen Überblick über die Reihe von Energie- verschiebungen und -Verwandlungen zu geben, die wir bei der Aussendung und Einziehung von Pseudopodien etwa annehmen können. Da ich jenen Aus- führungen kaum etwas Neues hinzuzufügen habe, so mögen sie ziemlich unverändert hier wiedergegeben werden. Wir wollen bei unserer Betrachtung von den Energieverhältnissen einer kugeligen Protoplasmamasse ausgehen, welche keine Pseudopodien bildet. Hier ist, wie früher besprochen wurde2), zunächst mit zwei Energieformen zu rechnen: der Volumenergie, deren Intensitätsfaktor der Binnendruck ist, und derjenigen Energieform, welche man summarisch als Oberflächenenergie bezeichnet, und welche in Normaldruck, Krümmungsdruck und Oberflächen- spannung zum Ausdruck kommt. In dem gedachten Falle sind diese beiden Energien resp. ihre Intensitätsfaktoren, also der Binnendruck einerseits und der Normaldruck und der Krümmungsdruck andererseits, überall im Gleich- gewicht. Wenn ein Pseudopodium entsteht, so wird nach unserer Annahme k und a vermindert, indem daselbst durch die aufsteigende Änderung die mole- kulare Konzentration der Substanz verringert wird. Hierbei verschwindet also zunächst ein Teil der Oberflächenenergie, welcher für die synthetischen Prozesse der gesteigerten Assimilierung verbraucht und somit zu chemischer Energie werden könnte. Das ist gewissermassen ein auslösender Vorgang, !) Die Annahme Schencks (1. c), dass der körnige Zerfall eine Lähmungserscheinung ohne vorhergehende Erregung sei, scheint mir nach dem oben Ausgeführten recht willkürlich zu sein und dürfte ausserdem dem Pflüger sehen Zuckungsgesetz, welchem Schenck auf diese Weise seine Geltung für die Rhizopoden zu wahren sucht, kaum günstiger sein als eine kontraktorische A n o d e n erregung bei Stromesschluss. 2) Vergl. S. 28.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21286486_0062.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)