Geschichte des Schienenverbandes von dem Alterthum an bis zu unserem Jahrhundert / [H Bose].
- Bose, H.
- Date:
- 1882
Licence: Public Domain Mark
Credit: Geschichte des Schienenverbandes von dem Alterthum an bis zu unserem Jahrhundert / [H Bose]. Source: Wellcome Collection.
19/60 page 15
![Er gibt folgende Eecepte (^®); Constrictorium ad fracturas ossium brachiormn vel femorum: R. Masticbis, Olibani, Aloes aa dr. 1. Colo- plioniae dr. 2. B o 1 i dr. 5. Omnia in pulverein redacta teniperentnr usque ad spissitudinein cnm a 1 b n in i n e o v i, adjuncta farina siligini.s vel fru- nienti. Ad idem: Exsncca porros (porruni = Lancb) et tempera .snccuni cum farina .siliginis et superpone. Ad idem : Commisce b o 1 u ni et colophoniam cum farina siliginis et albumine ovi. Ubicunque posueris, prius emenda locum cum aqua calida. Postquam posueris fortiter cum lino (wo du es auflegen wilbst, reinige vorher die Stelle mit warmem Wasser, nachher sollst du es auflegen reichlich auf Leinwand gestrichen.) Ob auch ausserdem ein Schienenverbaud angelegt wurde, ist nicht angegeben. Constaiitinus liatte durcli langjährioen Aufenthalt in Afrika Gelegenheit gehabt, die arabische Medicin kennen zu leiaien; nachmals war er Lehi-er an der Schule zu Salerno. Die s})äteren Salernitaner Roger und Roland be- schreiben zwei Arten des Verbandes (*'j: die eine soll zu Anfang, so lange die Fractur noch frisch ist, gebraucht werden, die andere aber sj)äter, nachdem die Fntzündungserscheinungen zurückgegangen sind. Beim anfänglichen Verbände wird das Glied, nach vollbrachter Einrichtung, mit einei’ Binde umwickelt, welche nur mit Eiweiss getränkt ist. Auf die Binde folgen Comjtressen, dann Schienen lind diese werden mit Schnur befestigt. l)er Verband wird an jedem dritten Tage erneuert. Wenn so neun Tage verstrichen sind, geht man zui- zwcuten Art des Verbandes über. Man bereitet ein sogenanntes strictorium durch Zusammenmischung von Eiweiss mit Weizenmehl und jailvis rubeus, streicht die Mischung auf Leinwand, legt diese zu unterst auf das Glied und alsdann die Binden und Schienen in der früheren Weise darüber. Diesei- neue Verband bleibt liegen, bis der Knochenbruch fest geworden ist. Pulvi.s rubeus hat folgende Zu.sammensetzung('9) bau! aa unc. 5. Sang, dracouis, Mumiae aa dr. 2. Accipe: Cousolidae majoris (Schwarzwurz) Unc. 1. Haec omnia terantur et msui re.serventur. — Boli unc. 1. Picis graecae unc. 3. Mastiches, Oli- C®) Constantini Africani opera etc. Basilae apud Henricum Petrum anno lö36. — Liher de Uhirurgia Cap. 13. — 0'^) Rogerii chirurgia. Lib. III. Cai>. 18. — Gedruckt inCollectio Salernitana ossia documenti inediti e trattati di medicina appartinenti alla scuola medica Salernitana — publicati a cura di Salvatore de R e n z i. Tomo Secondo. Napoli 1853. — pag. 47(1 u. 709. — (IS) Roger Lib. III. C. L5. de Renzi pag. 476 u. 717. — ('S) Roger Lib. I. C. 10. de Renzi ])ag, 435 u. 514. — Die in den Citaten 17. 18. 19. unter](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24859308_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


