Geschichte des Schienenverbandes von dem Alterthum an bis zu unserem Jahrhundert / [H Bose].
- Bose, H.
- Date:
- 1882
Licence: Public Domain Mark
Credit: Geschichte des Schienenverbandes von dem Alterthum an bis zu unserem Jahrhundert / [H Bose]. Source: Wellcome Collection.
20/60 page 16
![ir. Zu Ruger’s und Ptolaiids (diirui'jj'ie existii-f ein Comuieutai’ von den soge- nannten vier Meistern. ('^) Das Verbandverfahren, welches diese beschreiben, gehört offenbar einer etwas sj)äteren Zeit an. Dv])s, mit einei' Mischung von Eiweiss und Mehl bestrichen, wird zunä(dist umgelegt. Darüber kommen zehn bis zwölf Compressen in warmem Wassei' angefeuchtet. Deber diese wird ein Stück Filz umgeschlagen, die Ränder desselben werden zusammengenäht. Dann folgt eine Einwickelung, dann werden die Schienen aufgelegt und an drei oder mehr Stellen mit Schnur und kleinen Knebeln befestigt. — Auch in der Schule von Bologna waren die Eiweissverbände in Gebrauch, 'rhe0dürich (^) uud dessen Lehrer Hugo von Lucca bedienten .sich des Eiweisses ohne sonstige Beimischung. Ihr Verband war, abgesehen davon, dass vor dem Anlegen de.sselben das Glied zuerst mit (uner Spcc.kschwai'te und dann mit Honig eingerieben wurde, ähnlich demj(migen, welchen Abulkasem beschreibt. Um die Bruchstelle wurde zunächst ein W(‘rgkuchen (oder auch eine Leinwand- com[)res.sej mit Eiweiss geträidct umgelegt, dann folgte eine Bindeneinwickelung, nach diesei' eine Polsterung, welclu' wiederum aus Wergbäuschen mit Eiwei.ss geti'änkt bestand und in der gan/am Länge des gebrocdienen Knochens das Glied umgab. Auf die Polsterung wurden die Schienen aufgelegt, die gleich- falls mit Eiweiss befeuchtet waren, (damit sie fester an dei- Stelle, wo sie hin- gelegt worden, haften mögen, sagt Tlieodorich) und endlich bildete zur Be- festigung des Ganzen eine abermalige Bindeneinwickelung den Beschlu.ss. Wenn iler Bruch consolidirt war, befeuchtete man bei einer Erneuerung des Verbandes die Wergbäusche nicht mehr mit Eiweiss, sondern mit gesalzenem warmem Wein. Noch com))licirter ist der Verband des Wilhelm von S a 1 i c e t o. ('^j Um die Biaichstelh' wird zunächst eiiu' mit oleum rosatum befeuchtete Compi'esse umgelegt. Dann folgt das BruchpHaster. Dassollu' wird entweder auf eine grosse Leinwandcom|)res.se oder auf einen gros.sem Wergkuchen aufgestrichen, (■-) Glüsulae quatuor inat,nstroniiii siilicet Anhyiiiathei, Potronselli, Platearii et Ferrarii snpev Oynirg'iam Rogerii et Rolaiidi. — l'oll. Salem. 'F. TI. jiag. .^)02. -- (-p 1. pag. 710. (--) Ghinirgia edita et coiu]dlata ab. exc. doiniiio fVatre The o d o r i cn ejiiseapü Cerviensi. — Lib. II. Cap. 20 (,..\vs c li i vur gi c. a“ Venetiis apud .linitas l.jtO).](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24859308_0020.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


