Geschichte des Schienenverbandes von dem Alterthum an bis zu unserem Jahrhundert / [H Bose].
- Bose, H.
- Date:
- 1882
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Credit: Geschichte des Schienenverbandes von dem Alterthum an bis zu unserem Jahrhundert / [H Bose]. Source: Wellcome Collection.
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![treten von Geschwulst und anderen Zufällen vorzubeugen, er aber halte das nicht für zweckmässig, denn das Oel eischwere das Festwerden des Verbandes. Er wende Oel desshalb nur da an, wo üble Zufälle bereits vorhanden wären, wo nicht, gebrauche er ein Fhaster, welches von dem Wundärzte des Kaisers Friedrich stamme. Die nähere Beschreibung der Yerbandtechnik findet sich erst in dem speciellen Theile, in demjenigen Kapitel, welches über die Oberarmbrüche handeltp^). Das oVam erwähnte Ftlaster wird unter Zusatz einer geringen Menge Alaun mit Eiweiss zu einem Brei zusammengerührt. Eine dopj)elte Coinpresse, welche so gross ist, dass sie nach oben und unten den Bruch um‘I4 Elle überragt und rings um das Glied herum sich erstreckt, wird, mit jenem Brei bestrichen, zunächst umgelegt. Darüber wird eine breite Binde gewickelt, welche gleichfalls mit dem Brei bestrichen ist. Dann folgen di(' S(‘hienen. Nui- wenn die OberHäche des Gliedes sehr uneben ist, die Tibia z. B. stark gekrümmt ist, soll man zuvor die Vertiefung mit einem Polster oder mit Filz ausfüllen. Die Schienen werden an 3 Stellen mit Schnüren umbunden und diese mit kleinen R()hrchen aus Hollundei'holz oder Gänseknochen, di(‘ als Knebel dienen, in der früher be- schriebenen Weise ges])annt. Der erste Verband bleild, wenn nicht besondere Zufälle eintreten, D bis 10 Tage liegen Das Pulver, welelies der Wundarzt des Kaisers Friedrich eiuiifohlen hatte, besteht aus: F>oli ar- meui, Consolidae niajoris aa 4 Lth., tiersteniueld (i Lth. Brauuschvveif>' räth, uiaii möge ausserdem noch Walsteiu 3 Lth. zusetzeii, denn er habe einen Chirurgen gesehen, der halte der Probe halber einem Hunde ein P>ein entzwei schlagen lassen, das Pulver dieses Steines mit Eiweiss gemischt aufgelegt und darüber einen Schienenverband, und Im folgenden .lahrhundert (dem nahezu gleichalterige Autoren, dtm Walther Bvff. in 8 Tagen sei das P.ein des Tfnndes wieder heil gewesen —■ Bei Beschreibung der Verbandstechnik gibt Braunschweig noch ein anderes Recept (^•''1: Bohnenmehl, Zissernmehl oder Mnhlstanb 12 Lth., Mastix, Draganth, Gummi arah. 2 Lth., Mumie, Boli armoniaci (sic) 1 Lth. Äfisch es mit Eier- klar und mach ein Pflaster daraus. — scchszclinton) treffen wir abermals zwei Meister H a n s v o n G e r s s d o r f und (■>') Ebenda. Tract. V., Cap. 8. Folio 102’’' Ebenda. Folio thi*''’ Ebenda. Folio 103*'•](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b24859308_0030.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


