Über eine neue mit Cyclopie verknüpfte Missbildung des Centralnervensystems : Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde ... / vorgelegt von Otto Naegeli.
- Otto Nägeli
- Date:
- 1897
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Credit: Über eine neue mit Cyclopie verknüpfte Missbildung des Centralnervensystems : Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde ... / vorgelegt von Otto Naegeli. Source: Wellcome Collection.
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![Die in Fig. 23 mit M.C bezeichneten, dem Corpus mammillare resp. dem Tuber ciuereum dicht anliegenden sich kreuzenden Bündel sind wohl als MEYNERx’sche Kommissur zu deuten. Man vergesse nicht, dass es sich in den Figuren um llorizontalschnitte handelt. Die eigentlichen Thalamuskerne sind von einander noch nicht deutlich abgegrenzt, weil die sie unter normalen Verhältnissen tren- nenden Laminae medulläres fehlen; auch lässt sich eine Sonderung des Sehhügelgraues nach Art der Gruppirung und nach Bau der Nervenzellen nicht genauer vornehmen. Die ganze Sehhügelmasse ist zwar relativ reich an schönen gut entwickelten Ganglienzellen; immerhin wird die Mehrzahl der Elemente von Embryonalzellen und Neuroblasten gebildet; auch finden sich hier wie unter normalen Verhältnissen in den dorsalen Partien vorwiegend kleinere, dicht an einander liegende, in den ventralen Theilen mehr größere und weiter aus einander liegende Ganglienzellengruppen; schärfere Abgrenzungen sind aber nirgends zu sehen. Was aber hier vor Allem auffällt, ist Folgendes. Aus dem ganzen mächtigen Thalamus strömen [Starke markhaltige und marklose Fasern ventralwärts (Fig. 27—28). Es sind das ohne Zweifel Fasermassen, welche ur- sprünglich die Bestimmung hatten, als Projektionsfasern aus dem Sehhügel in das Großhirn einzustrahlen, die aber mit Eücksicht auf idie Bildungshemmung der Großhirnblase und die mangelhafte Ver- bindung zwischen dieser und dem Zwischenhirn eine ganz atypische, basale Wachsthumsrichtung eingeschlagen haben. Die Verlöthungs- stelle zwischen der Großhirnblase und dem Zwischenhirn ist nämlich eine überaus schmale und liegt ganz basal; eine eigentliche innere Kapsel ist daher nicht zu finden (Fig. 27—28). Ein großer Theil der soeben geschilderten ventralwärts konvergirenden Faserzüge '(atypische Sehhügelstrahlung) strömt an der Basis zusammen, biegt sich um, kreuzt sich ganz unregelmäßig mit dem entsprechen- den Bündel der anderen Seite, um schließlich in der basalen, aus lauter Embryonalzellen bestehenden Verbindungsplatte (Fig. 28 V.P] blind und wie abgeschnitten zu endigen. Diese basal ziehende hasermasse ist wohl nichts Anderes als eine missbildete innere Kapsel, deren sonderbare Gestaltung hauptsächlich durch die Abschnürung der Zwischenhirnblase von der Großhirnblase bedingt wurde. Nicht zu verwechseln ist diese Kreuzung mit dem Chiasma uind den Iractus optici, welche viel weiter caudalwärts liegen. Im Thalamus, namentlich aber auch im Großhirn und auch in andeien Ilirntheilen, findet man zerstreut liegende unregelmäßig](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22468973_0029.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)