Die handschriftliche Überlieferung des Galenschen Commentars zum Prorrheticum des Hippokrates.
- Hermann Diels
- Date:
- 1912
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Credit: Die handschriftliche Überlieferung des Galenschen Commentars zum Prorrheticum des Hippokrates. Source: Wellcome Collection.
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![in einem so desolaten Zustand, daß nicht nur die erhaltenen Anfangs- blätter stärkere Korruptelen in einer der beiden oder auch in beiden Klassen aufweisen, sondern daß zu Beginn des Proömiums ein großes Stück (ver- mutlich ein ganzes Blatt) vermißt wird. Es liegt nahe, diesen Ausfall mit der großen Lücke in Verbindung zu bringen, welche die Lemmata I118—23 samt dem dazugehörigen Kommentar sowie das folgende Lemma 24 in den Hss. verschlungen hat'. Man wird sofort vermuten, daß diese Lücke ebenso durch Ausfall des letzten Blattes des Quaternio im Archetypus ent- standen sei, wie die Lücke zu Beginn der Schrift durch Wegfall des ent- sprechenden ersten Blattes dieser Lage erklärt werden muß. Aber. die Rechnung scheint nicht zu stimmen, denn der Inhalt der Lücke ı 18— 23 [553, 15—559, ı5 K.] steht zu dem vorhergehenden Texte I ı—ı7 [489, ı —553,13] nicht, wie man erwarten sollte, im Verhältnis von 1:6, sondern von 1:9, wenn man die Zeilen der Kühn’schen Ausgabe durchzählt. Wenn also überhaupt ein Zusammenhang dieser beiden Lücken in dem Archetypus vorausgesetzt werden darf, ist entweder die erste Lage kein Quaternio, sondern ein Quinio gewesen, von dem die beiden ersten und die beiden letzten Lagen (jede zu etwa 46 Kühn’schen Zeilen) ausgefallen wären — oder die Lücke an zweiter Stelle ist noch größer gewesen, als die Ergänzung der Handschrift T angibt. Da die Quaternioneneinteilung im Buchwesen des Mittelalters bei weitem häufiger ist als die Ternionen- oder Quinionenfaltung, so ist die letztere An- nahme an sich wahrscheinlicher. Die genauere Prüfung des Tatbestandes ergibt in der Tat, daß zwischen dem Lemma I 23 ai merk AYrröc Aswnlal kAkıcron (nebst Kommentar, 559, 1—ıı K.) und dem in T folgenden I 24 EN ÄSWNIH TINE?MA KTa. ein ganzes Kapitel (Lemma nebst Kommentar) aus- gefallen ist. Rechnet man den Ausfall dieses und des vorhergehenden Kapitels I 23, das offenbar auch am Schlusse verstümmelt ist” (die be- rühmte AYrz erforderte eine ausführlichere Darlegung), sowie ferner den Ausfall des Anfangs des Kommentars von I 24 (mnirontai Te) auf etwa 50 Zeilen, so würde die vorausgesetzte Quaternionenrechnung, soviel ich sehe, ungefähr stimmen. Es würden dann etwa 70—80o Kühn’sche Zeilen auf die Seite des Archetypus kommen. Dies ist keineswegs etwas Außer- m 1 ! Über die Handschrift T, die allein die ausgefallenen Kapitel bewahrt hat, später! ? 559,8 neimeTaı oYN (P) ... YYXPön.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28992416_0010.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


