Die handschriftliche Überlieferung des Galenschen Commentars zum Prorrheticum des Hippokrates.
- Hermann Diels
- Date:
- 1912
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Credit: Die handschriftliche Überlieferung des Galenschen Commentars zum Prorrheticum des Hippokrates. Source: Wellcome Collection.
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![Der dritte Vertreter der Überlieferung, der im Apparat nicht entbehrt werden kann, ist der Trıvurrıanus. Denn bei den vielen Lücken und Fehlern von L ist T ein guter Vertreter der zweiten Klasse (b), der er unzwei- felhaft angehört. Aber das Plus, das T an manchen Stellen gegen alle andern Hss. zeigt, vor allem in der erwähnten großen Lücke und in dem ebenfalls in ab ausgefallenen Kapitel IH ı5 [618, 11-— 619, 6], bereitet der Recensio eine gewisse Schwierigkeit. Die Hs. T gehört nämlich offenbar zu der zweiten Klasse b, deren Hauptvertreter L ist. Aber sooft sie auch zu L stimmt!, selbst in Aus- lassungen, die das sicherste Klassenzeichen sind’, so sind die Fälle, wo T mit der ersten Klasse (a) geht, durchaus nicht vereinzelt. Ich verweise nur auf die folgenden Fälle der Probekollation 490, 5..8.9.12; 491,3; 492, 2.3; 492,9 (Ti at); 493,9. 17; 494,5. Einen Hinweis auf die Ent- stehung dieser metAsacıc eic Anno renoc gibt 493,6. Die erste Klasse a (RMPN) liest richtig c#0APo? TYpeto?, wie Z. 2 TÖN C#0APÖN TIYPeT@n und Z.1 En Özel rıyvpetö gestellt wird. “Aber T liest (wie VA, jüngere Ver- treter der 2. Klasse) 11Ypeto? cooaro?. In der Vorlage b nämlich war, wie L zeigt, das Adjektiv ausgefallen und, wie TAV zeigen, erst nachträglich an unrichtiger Stelle nach Kollation mit einem Vertreter der andern Klasse a (oder einem sonst von b unabhängigen Kodex) dieser Sonderüberlieferung des L eingefügt worden. Ähnlich scheint die Sache 492, 5 zu stehen. Die richtige Lesung AtarnwcTiköc ÄTIANTON #YTön steht ina (RPE, M fehlt hier), die zweite Klasse b gibt unverständlich Kracı Toic eyroic (LVA). T hatf. 193” ÄTTANTWN @YT@n wie es scheint auf Rasur, in der in dem Spatium zwi- ı Z.B. 630, 15, wo der in L durch Auslassen von örter sinnlos gewordene Satz in TL durch den ebenso sinnlosen Zusatz von A ÖneerIon ÄNAKOYCTON A ÖneerIion verunstaltet wird. Der Sinn der offenbar vom Rande der Vorlage (b) verschlagenen Variante läßt sich nicht mehr feststellen. ? Z. B. 677,2 TAYTön. Auch die in den Text gedrungenen Randnotizen (wie 630, 5), die T mit L gemeinsam sind, dürfen nicht unbeachtet bleiben. Eine trügerische Tyche hat mich anfänglich S. 649,9 in die Irre geführt. Das Wort r6aHnon ist nämlich in L wie in T so verdunkelt, daß nur Tr und Aon lesbar sind. So mußte man auf den Gedanken kommen, daß die so nahe stehenden Hss. eine engere Beziehung zueinander haben müßten. Da nun L etwas älter zu sein scheint als T, so lag es nahe, in diesem eine Abschrift von jenem zu erblicken. Allein die genauen Auskünfte, die ich Hrn. Dr. H. Raeder (Kopen- hagen) über L und Hrn. Ing. Emilio Motta über T verdanke, lehrten, daß dieselbe Lücke in T durch Trennung der hier zusammenklebenden Blätter, in L durch Wurmfraß (es ist das letzte Wort auf f. 285) zustande gekommen ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28992416_0014.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


