Die handschriftliche Überlieferung des Galenschen Commentars zum Prorrheticum des Hippokrates.
- Hermann Diels
- Date:
- 1912
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Credit: Die handschriftliche Überlieferung des Galenschen Commentars zum Prorrheticum des Hippokrates. Source: Wellcome Collection.
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![getragen waren‘. Daß dem Schreiber noch verborgene Schätze zugänglich sein konnten, die später spurlos verschwunden sind, zeigt die Tatsache, daß drei wichtige Schriften Galens TTerp) TOn TIaPA TAN AGEIN CoeIcMATwn, TTepi TON ialon Bienion und Tler TÄc TAzewc TON Talon Bisnlon nur durch diesen Kodex uns erhalten sind. Abgesehen hiervon ist der Schreiber der Hs. jedenfalls auch selbst am Werk gewesen, durch Konjekturen dem Verständnis aufzuhelfen. Als Muster solcher falscher Lesarten notiere ich S. 492, 8 (ofaacı) 493, 17. 833,5. 835,11. Dies letzte Beispiel ist besonders belehrend. Statt des richtigen &merwaHn geben alle Hss. leicht verderbt AaimarwaH. Der Schreiber von A stutzt und ändert das bereits niedergeschriebene unsinnige AIMATWAH in das noch viel unsinnigere «kymatwaH! Ähnliche Schlimmbesserungen finden sich häufiger, so daß die Zuverlässigkeit dieser Textquelle an den Stellen, an denen Selbständiges zutage tritt, von vornherein in Frage ge- stellt wird. Die übrigen Hss., die neben RLTA das Prorrhetikon enthalten, lassen sich rascher erledigen. Der Marcıanus (App. class. V 5) s. XV erweist sich als eine Abschrift von R (vgl. Kollationsprob. 836, 2; 839, 3 (mar’ oYcan). Dasselbe Abhängig- keitsverhältnis hat bereits A. Minor De Galeni libris TTeri avcrnoiac (Marburg 1911) S.g festgestellt, der diese Hs. V nennt. Derselbe hat vermutet (S. 8), daß auch der PArısmvs (gr. 2166 s. XV bis XV]), den er O nennt, mit R so stimme, daß an eine Selbständigkeit nicht gedacht werden könne. Meine Probekollationen bestätigen diese Ansicht durchaus. Nur ist noch zuzufügen, daß die zweite Hand (P?) aus der andern Klasse korrigiert ist, 837,15; 838,1; 838, 8/9. Eenszoert. 2 Und zwar vermute ich, daß ihm A oder dessen Vorlage vorgelegen hat, weil er wenigstens an einer wichtigen Stelle, 840, 2, wo alle andern Hss. gröb- lich verderbt sind (rpocaokeımenovy To? RMP': mpocHkeı men oYr LV) mit A allein das richtige rrockeımenoy To? erhalten hat. Mag dies direkt aus der Vorlage y stammen, die A zu Gebote stand, oder, was viel wahrscheinlicher ist, auf glücklicher Emendation, die auch dem Bearbeiter der Aldine ein- gefallen ist, beruhen, ein näherer Zusammenhang zwischen diesem Korrektor ! Dazu mag auch das in der Probekoll. zu 837, 10 mitgeteilte Scholion gehören, das ganz in der paraphrastischen Weise der Scholien in RT gehalten ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28992416_0019.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


