Die handschriftliche Überlieferung des Galenschen Commentars zum Prorrheticum des Hippokrates.
- Hermann Diels
- Date:
- 1912
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Credit: Die handschriftliche Überlieferung des Galenschen Commentars zum Prorrheticum des Hippokrates. Source: Wellcome Collection.
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![Prorrhetikon-Kommentars scheiden zwei Parisini n. 2168 und 2228 aus, da sie beide vielmehr den Kommentar des Galen zum Prognostikon des Hippokrates [XVII Bı— 317 Kühn] enthalten’. Dafür tritt eine wichtige dort nicht verzeichnete Hs., der Laurentianus 75,5, hinzu. Diese acht Hss. spalten sich, wie die im Anhang beigegebenen Kollationsproben des An- fangs und des Schlusses zeigen, deutlich in zwei Klassen: I. RMPE=a, II. LVTA=b°. Typische Beispiele für dieses Verhältnis bietet z. B. XVI 490, 8 [Kühn] H AC TON TIPOTNWCEENTWN TOIcC ToAAoTc MPÖPPHcCIC, wo statt dieser in der ersten Klasse (RMPE) richtig überlieferten Lesart in der zweiten (LVTA) die törichte Korruptel Tolc rrerac durch Verwechslung der ähnlichen Kom- pendien für oıc und ac und Verderbnis des zweiten und dritten Buchstabens entstanden ist. Ferner 492, 6 monnAKIc ro?N ÖP@men APOYPAC ÖMOIOTÄTAC TÄN BAACTHCIN Exovcac TIöac, wo a das richtige TAN saActHcın gibt, während b sinnlos entstellt aısAcın überliefert. Die scheinbar vollkommen disparaten Lesungen vereinigen sich in der stark abgekürzten Form des Archetypus MaBnAL, in dem das vielleicht erloschene n übersehen und der Rest will- kürlich umgedeutet wurde. Die beiden Beispiele lassen eine außerordent- lich kompendienreiche und wahrscheinlich stellenweise ausgeblichene Schrift der gemeinsamen Vorlage mit Sicherheit erschließen. Und in der Tat be- sich dies auf Schritt und Tritt. Der Archetypus war am Anfang stätigt ı Die Hss. der antiken Ärzte. Griech. Abt. 1 (Abh. d. Berl. Akad. d. Wiss. 1905) S. 103. 2 Nach einer freundlichen Mitteilung des Hrn. Pierre Boudreaux in Paris. > Die beste Anschauung dieses Verhältnisses gewährt das S. ı5 gegebene Stemma. Die großen Buchstaben bedeuten die (im Laufe der Abhandlung und im Anhang charakteri- sierten) erhaltenen, die kleinen die verlorenen, ‚hypothetisch erschlossenen Handschriften. 1°](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b28992416_0009.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


