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Credit: Lehrbuch der Physiologie des Menschen / von C. Ludwig. Source: Wellcome Collection.
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![ziehen und in sich condensiren. In wasserige Fltissigkeiten gelegt, nehmen sie langere Zeit (oft mehrere Tage lang) hindurcli, untd allmaliger Volumzunalime Wasser bis zu einem endlichen MaximunJ auf, die ersten Mengen mit grosserer und die darauffolgenden ma einer geringeren Gesclrwindigkeit. Diese Erscheinung bezeichnet man mit dem Namen der Quellting oder Imbibition. Durcn einige mebr beilaufig*) als absicbtlicb unternommene Untersucbungen weiss man, dass das Maximum der aufgenomraenen Fllissigkeit theils abhangig ist von Besonderheit der Eiweissstoffe, als da sind die Temperatur, der sie beim Trocknen ausgesetzt waren, die Zeit- dauer, wahrend welcher sie sicb im trocknen Zustand befanden u.s. w| theils von der Natur der Fliissigkeit und der in ihr aufgelosten Stoffe, und der Temperatur derselben u. s. w. (siehe Diffusion der tropfbaren Fltissigkeiten). Durcb diese Fltissigkeitsaufnahme erhalten die festen Eiweiss- stoffe einige fiir den tb.ierische.ii Haushalt sehr wesentliche Verande- rungen ihrer Eigenschaften. Zuerst gelingt es hierdurch, mit einer gcringen Menge von fester Substanz ein sehr voluminoses Gewebe darzustellen, wie ohne Weiteres erhellt. Zweitens tritt durch die Wasseraufnahme cine Veriinderung in der Cohasion ein; nac| Wertheim**) ist die Cohasion um so geringer, je mebr Wasser aufgenommen wurde. Drittens verand'ert sich der Elastizitiits- coeffizient und zugleich die ganze Beschaffenheit der Elastizitat. Im vollkommen trockenen Zustand sind die Eiweissstoffe mit einem sehr grossen Elastizitatscoeffizienten begabt, d. h. sie dehnen sich,] wenn grosse Gewichte an ihnen hangen, nur um einen kleincu Bruchtheil ihrer Lange aus; zugleich besteht fUr sie das auch bei unorganischen Stoffen giltige Gesetz, dass innerhalb gewisser Grenzei die Ausdehnung direkt proportional den angehangten Gewichtefl w'achst (Wertheim). Im feuchten Zustand dagegen ist ihr Ela- stizitatscoeffizient ein niedriger und zugleich ein fiir verschiedenc 15c- lastungen variabler. In dieser letzten Beziehung steht fest, class gleicfl grosse Gewichte einen um so geringern Zuwachs der Lange erzeugeiri je betrachtlicher schon die vorher angehangten Gewichte gewesen waren, oder mit andern Worten, es setzte der feuchte eiweissartige Stoff den ersten Ausdehnungen geringern Widerstand entgegen al^ •) Chevron!, Annnlcs tie chimle et do physique, XIX. (1S21). Lleblg, DntewnohnnM Uber einige Ursnchen dor Snftcbcwegunpr. 1848. p. 8 u. f. •*) Annnles do chiinlo XXI. (1847). p. 1888.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b21925665_0001_0066.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


