Galens Schrift 'Ueber die säfteverdünnende Diät' / uebersetzt und mit Einleitung und Sachregister versehen von W. Frieboes und F.W. Kobert.
- Galen, of Pergamum, 129-approximately 200.
- Date:
- 1903
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Credit: Galens Schrift 'Ueber die säfteverdünnende Diät' / uebersetzt und mit Einleitung und Sachregister versehen von W. Frieboes und F.W. Kobert. Source: Wellcome Collection.
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![die sonderbare Ueberschrift: „Ueber säfteverdünnende Diät und säfteverdickende“, doch ist der zweite Theil des Titels von dem Abschreiber erst nachträglich hinzugefügt, und zwar mit Unrecht^ wie insbesondere Galens eigene Worte in seiner Therapeutik (Bd. X S. 332 der Ausgabe von Kühn) beweisen: ,,Wie die säfteverdickende Diät beschaffen ist, das wird zwar auch im Folgenden gesagt werden, sie ist aber auch schon in der Schrift über die säfteverdünnende Diät potentiell (SuvajJtei) enthalten“, d. h. sie ist dort nicht eigens dargestellt, kann aber aus der Darstellung der entgegengesetzten entnommen werden. Diese Stelle beweist auch, dass die von Kostomiris1) aufge- stellte Behauptung, die Schrift sei noch nicht vollständig, und es fehle der Theil über säfteverdickende Diät, falsch ist. Dass auch von dem Theil über säfteverdünnende Diät nichts fehlt, erhellt aus folgender Ueberlegung: Galen sagt im Anfang des § 87, es bleibe ihm nur noch übrig, über Honig, Wein und Milch zu reden. Dem entspricht genau der Schluss der Schrift. Denn § 87 handelt über den Honig, § 88—103 über Weine, dann kehrt er nach einer kleinen Abschweifung (§ 104—108) mit § 109 wieder zu den Weinen und dem Honig zurück, um endlich § 114—118 von Milch, Molken und Käse zu handeln und so zu dem Schluss zu kommen, den er selbst angegeben. Dass Oribasius auch über säftever- dickende Diät handelt, kann demgegenüber nichts beweisen, denn er schöpft nicht nur aus dieser Schrift, sondern auch aus andern, die in der Pariser Ausgabe nachgewiesen sind. Ueber die Quellen dieser bald nach 1692) verfassten Schrift wird man, da die ältere diätetische Litteratur der Griechen grössten- theils verloren ist, wohl nichts Genaueres ermitteln können. Galen nennt in ihr nur den Namen des Mnesitheos von Athen (§ 42); man wird aber annehmen dürfen, dass er bereits damals ungefähr dieselben Quellen kannte und verwerthete, wie in dem später entstandenen grösseren Werke Etepl ipocpwv ouvapiswq (VI, 453 ff. Kühn), das sich mit dem vorliegenden in vielen Punkten berührt. Der Ausgangspunkt der gesammten diätetischen Litteratur des Alterthums ist das zweite Buch Ilepl SiatxY]? in der hippokra- tischen Sammlung (VI, 534 ff. Littre), welches von Carl Fredrich in seinen „Hippokratischen Untersuchungen“ (Berlin 1899, S. 172 ff.) 1) Revue des etudes grecques 1889 p. 370. 2) Uberg, Rhein. Mus. LI, 186. 1*](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22399422_0015.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


