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Credit: Studien über Tuberculose / von Arnold Spina. Source: Wellcome Collection.
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![Am 14. Juli erscheinen die Muskeltheilclien in den Gläsern lE, F) I an ihren Rändern von trockenen, eben sichtbaren Schüppchen umgeben. ] Die Gefässo A, B, C und D zeigen sich unverändert. I Am 10. Juli treten die Bactcrien-Schüppclien in den Keagensgläs- | eben E und F deutlicher liervor. Das Serum ist noch mehr geschmrapft. I A, B, C, D geben keine weitere Veränderung zu erkennen. I Am 18. Juli. Die Schüppchen in E und F sind molinkorugross, f die Pilzrasen in A, B, C, D unverändert. | Eines der trockenen Schüppchen wird helmfs mikroskopischer Un- I tersuchuug mit Nadeln zerrissen. Es zeigt sich, dass es aus kleinen f sphäroiden Bacterien, denen hie und da einige Stäbchen beigemischt j sind, besteht. In Wasser untersucht zeigen sowohl Stäbchen wie Körner s keine Eigenbewegung. f Diese Versuche lehren, dass die Koch’sche Gallerte keinen güu- t stigen Nährboden für Fäulnissbacterieu abgibt. Denn in einer Zeit, in I welcher sonst grosse Quantitäten von flüssigem Blutserum von Bacterien i vollständig getrübt werden, haben sich auf dem geronnenen Serum Bacteriencolonien nur von der Grösse einer Linse gebildet (in den Ge- fässen A, B, C, D). Ein Mangel an organischen Nährsubstanzen kann der Serumgal- ! lerte kaum zur Last gelegt werden, denn im flüssigen Serum vermehren j sich die Bacterien mit grosser Rapidität. i Da ich nun erfahren habe, dass, wenn die Gallerte mit Wasser genügend versehen wird, die Fäulnisserscheinuugen ungemein rasch zur Entwicklung gelangen, blieb mir nur die Annahme übrig, dass der bei der Bruttemperatur stetig anwachsende Wasserverlust die Bacterien in ihrer Vermehrung behindere. Diese Erfahrung machte es mir auch begreiflich, warum in den Reagensgläschen E und F, in welchen die Schrumpfungserscheiuungeu der Gallerte um Vieles mächtiger zur Entwicklung gekommen sind, die Bacteriencolonien nur trockene Schüppchen formirt haben. Wenn nun Koch bei seinen Versuchen gleichtalls trockene Schüpp- chen erzielt hat, so könnte dies auch darin gelegen sein, dass er mit wasserarmer Gallerte experimentirt hat. Aber es sei dem, wie es wolle, es genügt zu constatiren, das.s auch Fäulnissbacterieu trockene Schüppchen wie die Tuborkell)acillen produciren können. Ich kann somit dem Vorkommen der Kocli’schen Bacteiienrasen in Form trockener Schüp]ichen nicht die Bedeutung eines für die Tubei- kelbacillen charakteristischen Merkmales beiiuessen.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22332492_0106.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


