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Credit: Studien über Tuberculose / von Arnold Spina. Source: Wellcome Collection.
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![früher iiugofiilirter Experimentatoren, dass nach luociilatiou von gefärb- ten Substanzen, sicli in den Knötcben Farbstoffe vorfindeu. Wird also Anilinl)lau oder Zinnober iuoculirt, so eutbalten die Knötcben Aniliu- oder Ziiinoberkörnclien, werden llestaudtbeile von Pilzen voriinpft, so linden sicii in den Knötcben Pilzfäden vor. Da es nun im hoben Grade imwabrscbeiulicb ist, dass die Knöt- chen zuerst zur Eutwicklimg kommen, und dann erst Farbstoffkörnclien oder Pilzfäden in sie eindringen, so bleibt wohl keine andere Annahme übrig, als dass jene Körnchen und Fädcben erst an Ort und Stelle ge- langen und sieb daun um sie herum die Knötcben entwickeln. Mög- licherweise spielen daun die Partikelcben die Rolle mikroskopisch kleiner Fremdkörpei’, welche in geeigneten Tbieren die Bildung miliarer Ent- zündungsberde, der impfknöteben veranlassen. Diese Vermutbuug fin- det in den oben angeführten Versuchen (pag. 23) Baum garten's eine genügende Stütze '). Denn Baumgarteu bat Fremdkörper von mikroskopischer Grösse direct in tbierisebe Gewebe implantirt und da- durch Knötcben erzeugt, welche mit den Impfknöteben die vollstän- digste Analogie darboten. Angesichts des Umstandes, dass nicht ein einziger Fall vorliegt, in welchem gesunde Tbiere nur durcli das Zusammenleben mit anderen bereits kranken Tudividueu Tuberkel acqiiirirt haben; angesichts des Umstandes, dass sich die Tuberkel in der Regel zunächst in der Xäbe der Impfstellen finden und des Umstandes endlich, dass Tbeilcben der geimpften Massen in den Tuberkeln gefunden wurden, wird jener p. 54 erhobene Eiuwaud wohl hinfällig. Wir dürfen daher die Ergebnisse aller bisher bekannt gewordenen Impfversuche dahin zusammeufassen, dass sie die Specifität oder die Coutagiosität der Tuberculose nicht nadi- gewioseu haben '). ') Im Widerspruch mit dieser Behauptung scheinen die Angahen A. Wol ff’s zu stehen, welclicr die Gegenwart von Pilzvegetationen in den Impiknutchen seiner Versuchsthiere negirt. Wenn man aber bedenkt, dass es sicli in den Versuchen Wol ff’s vorzugsweise um Coccen gehandelt hat, welche wegen ihrer Kleinlieit und ihrer grossen Aehnlichkeit mit anderen Körnchenmassen niclit mit Sicherlieit dia- gnosticirt werden können, so wird man der IMeinung Raum gehen können, uh Lun die von Wol ff thatsächlicli geselienen und als Alhuminatkörnchen anges]iro- chenen Gebilde dennoch nicht Coccen waren. ■) Die Arbeiten von Talma. Lustig und Geigel waren mir nicht zu- gänglich.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22332492_0062.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


