Licence: Public Domain Mark
Credit: Studien über Tuberculose / von Arnold Spina. Source: Wellcome Collection.
Provider: This material has been provided by The Royal College of Surgeons of England. The original may be consulted at The Royal College of Surgeons of England.
9/132 page 5
![Diesen Arbeiten stehen die üntorsueliungen Votter’s') gegenüber. Vetter bniehto auf Grundlage zahlreicher Deobachtiingen die Lehre Morgagni’s, dass die Cavernen nicht nach einem und demselben Typus zur Entstehung gelangen, wieder zur Geltung. Er schied strenge die Cavernenbildung in Folge von entzündlicher Veroiteiamg, als das Ulcus pulmonum der älteren Autoren, von der Cavernenbildung in Folge von Erweichung der Tuberkel. Er wies ferner darauf hin, dass aus dei käse- ähnlichen Beschaffenheit der tuberculösen und scrophulösen Krankheits- produkte allein auf eine Identität dieser beiden Krankheitsprocesse nicht geschlossen werden dürfe. Dementsprechend schlug Vetter vor, nur die den Tuberkel formirende Substanz als „käsig oder käseähnlich“ zu be- zeichnen und die Termini „scrophulöse oder tuberculöse Substanz“ ausser Gebrauch zu setzen. Wir werden sehen, dass die Lehre Vetter’s in neuerer Zeit zahl- reiche Anhänger gefunden hat. Vetter verfiel aber bei seinen Untersuchungen in einen anderen Irrthura. Er läugnete jeden Zusammenhang zwischen den Tuberkeln der Unterleibsorgane und denen der Lungen, und glaubte, dass Lungeu- tuberculose und die allgemeine Tuberculöse zwei völlig verschiedeue Krankheitsprocesse darstellen. Ein überraschender Umschwung trat mit den Untersuchungen Bayle’s ) ein. Bayle sprach zuerst mit Sicherheit^) den Satz aus, dass die Tuberculöse kein localer, nur auf die Lungen beschränkter Process, sondern eine den ganzen Körper betreffende Krankheit sei, welche sich auf Grundlage einer tuberculösen Diathese entwickelt. Ein anderes Verdienst, das sich Bayle um die Entwicklung der Lehre von der Tuberculöse erworben hat, war, dass er an der tuberculösen Materie zum ersten Male eine bestimmte Reihe von Veränderungen beschrieben und hinzugefügt hat, dass diese Reihe von Metamoi’])hosen die tuberculöse Materie charakterisire. Von Anfang an sagte er sei der Tuberkel hart, durchscheinend und grau, daun werde er weich, käseähnlich, opak und nehme gleichzeitig eine gelbliche Farbe an, um endlich durch Suppuration ganz verflüssigt zu werden. ’) Aphorismen aus der patholog. Anatomie. Wien 1803. U Reclierches sur la phthisic. Paris 1810. Journ. de med. Chirurg, etc. VI. IX.; cit. nach Waldenburg. ’) Ich habe oben erwähnt, dass diese These schon von Hanget, wenngleich nicht mit derselben Präcision wie von Bayle aufgestellt worden ist.](https://iiif.wellcomecollection.org/image/b22332492_0011.jp2/full/800%2C/0/default.jpg)


